Braunwald zwischen Schneemangel und Finanzspritzen: Wie der Ferienort um seine Zukunft kämpft
Lina SeidelBraunwald zwischen Schneemangel und Finanzspritzen: Wie der Ferienort um seine Zukunft kämpft
Das Skigebiet Braunwald durchlebt ein Wechselbad der Gefühle: Wetterextreme und finanzielle Turbulenzen prägen das Jahr. Trotz einer schneefreien Rekord-Feriensaison kämpft der Ferienort nun mit einem winterlichen Start ohne Schnee. Wiederholt sprangen Aktionäre ein, um mit frischem Kapital die Zukunft zu sichern.
Noch vor einem Jahr profitierte Braunwald von einem schneereichen Winter und einer erfolgreichen Saison 2023/24. Bis März zählte das Skigebiet rund 65 Skitage – trotz eines späten Starts, der zunächst Sorgen ausgelöst hatte. Doch dieser Aufschwung währte nur kurz.
Schon im Oktober 2024 schlug Braunwald erneut Alarm: Nach einer Reihe schwacher Winter pumpten die Aktionäre fast 1,7 Millionen Schweizer Franken in den Betrieb, um den Kollaps abzuwenden. Selbst ein profitabler Sommer reichte nicht aus – bis September 2025 wurden weitere 300.000 Franken benötigt, um die Finanzen zu stabilisieren.
Der Winter 2025/26 begann dann ohne einen einzigen Schneeflocken. Über Weihnachten und Neujahr blieb lediglich ein kleines Kinderareal geöffnet, doch paradoxerweise verzeichnete der Ort einen neuen Rekord bei Übernachtungen. Die kürzliche Eröffnung des Panorama-Hotels trug trotz fehlendem Skibetrieb zu steigenden Besucherzahlen bei.
Da nun kein weiterer Schnee mehr erwartet wird, setzt Braunwald auf günstige Morgenbedingungen, um die Anlagen bis zum 15. März in Betrieb zu halten. Die Geschäftsführung reagiert mit neuen Attraktionen: Für den Sommer ist eine familienfreundliche Seilrutsche geplant. Drei langfristige Szenarien werden geprüft – eine Insolvenz wurde bereits ausgeschlossen.
Braunwalds Widerstandsfähigkeit gründet auf der Unterstützung der Aktionäre und kreativen Lösungen. Trotz unberechenbarem Wetter hält der Ferienort den Betrieb aufrecht, setzt auf alternative Aktivitäten und Infrastruktur. Die unmittelbare Zukunft ist damit gesichert, doch die langfristige Strategie steht noch in den Sternen.