Bundesregierung plant strategische Gasreserve vor dem Winter – doch die Zeit drängt
Lina SeidelRegierungsplan: Deutschland prüft Aufbau einer Notgasreserve - Bundesregierung plant strategische Gasreserve vor dem Winter – doch die Zeit drängt
Die deutsche Bundesregierung prüft Pläne zur Schaffung einer strategischen Gasreserve für Notfälle. Da die Speicheranlagen derzeit nur zu knapp 22 Prozent gefüllt sind, streben die Verantwortlichen an, das System möglichst noch vor dem nächsten Winter einzurichten.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat Gespräche über eine gesicherte Reserve auf den Weg gebracht, die unabhängig vom normalen Marktgeschehen funktionieren soll. Die Reserve würde sowohl als marktgesteuertes Speichersystem als auch als Puffer gegen externe Schocks wie Preissprünge oder Lieferengpässe dienen.
Fachleute vergleichen derzeit mögliche Modelle, um sicherzustellen, dass das Instrument den Markt nicht verzerrt oder die reguläre Speichertätigkeit hemmt. Reiche betonte die Notwendigkeit eines "intensiven Dialogs" mit der Öffentlichkeit und potenziellen Betreibern, um die Umsetzung der Reserve zu gestalten.
Die Befüllung der Speicher im Sommer gestaltet sich aufgrund der seit Beginn des Iran-Konflikts gestiegenen Gaspreise schwierig. Rund 60 deutsche Speicherstandorte kämen infrage, wobei Verhandlungen mit Betreibern wie Storage GmbH (Astora), Gascade und Thyssengas (RWE) laufen. Zudem müsse das System "finanziell tragbar" ausgestaltet werden, so Reiche.
Die geplante Reserve soll als Puffer für künftige Versorgungsrisiken dienen. Die Behörden arbeiten daran, das Konzept final zu gestalten und die Zusammenarbeit mit den Betreibern zu sichern. Bei Erfolg könnte das System dazu beitragen, die Gasversorgung vor dem kommenden Winter zu stabilisieren.






