Bundeswehr debattiert: Soll der Schutz der neuen Regierungsjets gestrichen werden?
Hannah RichterBundeswehr debattiert: Soll der Schutz der neuen Regierungsjets gestrichen werden?
Bundeswehr prüft Pläne für neue Regierungsflugzeuge vom Typ Airbus A350
Das Bundesverteidigungsministerium überprüft derzeit die Ausrüstung seiner neuen Regierungsmaschinen vom Typ Airbus A350. Geprüft wird, ob auf die teuren Selbstschutzsysteme an Bord der Jets verzichtet werden soll. Die Entscheidung erfordert eine Abwägung zwischen Sicherheitsbedürfnissen, Haushaltszwängen und der Verfügbarkeit der Flotte für die Spitzenvertreter des Staates.
Die drei A350, die für Langstreckenflüge konzipiert sind, sollen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock dienen. Zwei der Maschinen sind bereits im Einsatz und bringen Regierungsmitglieder weltweit an ihre Ziele.
Die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung hatte die A350 bestellt, um ältere Regierungsflugzeuge zu ersetzen. Jede der Maschinen ist 67 Meter lang, erreicht eine Reisegeschwindigkeit von über 960 km/h und fliegt in Höhen von mehr als 13.000 Metern – damit können sie jeden Ort der Welt ohne Zwischenlandung ansteuern. Doch die Nachrüstung mit Selbstschutzsystemen stellt eine große Herausforderung dar.
Für den A350 gibt es keine standardmäßigen Schutzlösungen von der Stange. Die Entwicklung eines solchen Systems würde pro Maschine hunderte Millionen Euro verschlingen und monatelange Arbeiten erfordern. Dies würde die Verfügbarkeit der Flotte gerade dann einschränken, wenn die politische Führung sie am dringendsten benötigt. Als Alternative könnte das Ministerium für riskante Strecken auf den stark gepanzerten Militärtransporter A400M zurückgreifen.
Der Vorschlag, auf die Selbstschutztechnik zu verzichten, wird derzeit mit den Hauptnutzern der Maschinen beraten. Steinmeier, Scholz und Baerbock müssen abwägen, ob der Nutzen die Verzögerungen und Kosten rechtfertigt. Ihre Stellungnahmen werden die endgültige Entscheidung beeinflussen, die in den kommenden Monaten erwartet wird.
Die Wahl des Ministeriums wird bestimmen, wie Deutschlands Spitzenpolitiker künftig reisen. Falls auf die Schutzsysteme verzichtet wird, bleiben die A350 zwar ungeschützt, aber voll einsatzbereit. Für gefährliche Missionen stünde dann der A400M als sichere Alternative bereit. Die Entscheidung hängt letztlich von der Balance zwischen Kosten, Zeitaufwand und der Sicherheit der Regierungsmitglieder an Bord ab.






