29 April 2026, 10:09

China will den Markt für alternative Proteine mit staatlicher Strategie erobern

Balkendiagramm, das die globalen Handelsvolumina von Weizen, Grobkörnern und Sojabohnen/Sojabohnenprodukten zeigt, wobei jeder Getreidetyp durch eine eindeutige Farbe und zusätzlichen erklärenden Text dargestellt wird.

China will den Markt für alternative Proteine mit staatlicher Strategie erobern

China treibt seine Bestrebungen voran, den Markt für alternative Proteine zu dominieren, und betrachtet diesen Sektor als eine zentrale strategische Branche. Eine neue Studie der Beratungsfirma Systemiq zeigt, dass das Land dabei eine ähnliche Vorgehensweise verfolgt wie bei seinem Aufstieg in den Bereichen Solarmodule und Elektrofahrzeuge. Ziel ist nicht nur wirtschaftliches Wachstum, sondern auch die langfristige Sicherung der Nahrungsmittelversorgung für die wachsende Bevölkerung.

Das wachsende Interesse Chinas an alternativen Proteinen resultiert aus der steigenden Nachfrage nach tierischen Produkten. Mit einer boomenden Bevölkerung und höheren Einkommen hat sich das Land zum weltweit größten Agrarimporteur entwickelt. Statt sich jedoch allein auf Importe zu verlassen, setzt die Regierung nun auf laborgezüchtete und pflanzenbasierte Proteine, um die Abhängigkeit von ausländischen Nahrungsquellen zu verringern.

Aktuelle politische Maßnahmen konzentrieren sich auf die Modernisierung der Landwirtschaft, die Diversifizierung der Proteinquellen und die Förderung neuartiger Lebensmittel. Der Staat wendet dabei dieselben Strategien an wie in der Solar- und Elektroautoindustrie: eine koordinierte nationale Planung, günstige Finanzierungen, Zulieferernetzwerke, regulatorische Unterstützung und die Steuerung der Verbrauchernachfrage.

Bis 2030 werden alternative Proteine zwar noch einen kleinen Marktanteil ausmachen, doch die Produktionskosten dürften deutlich sinken. Durch Fermentation hergestellte Zutaten könnten bereits Ende der 2020er-Jahre preislich mit herkömmlichem Fleisch konkurrieren. Die Systemiq-Studie prognostiziert sogar, dass diese Alternativen bis 2040 hochwertige tierische Produkte verdrängen und bis 2050 einen beträchtlichen Anteil des chinesischen Fleisch- und Milchkonsums ausmachen könnten.

Diese Entwicklung könnte den globalen Handel grundlegend verändern. Sollte China seine Agrarimporte zurückfahren, könnten die Weltmarktpreise für Rohstoffe wie Soja, Rindfleisch und Milchprodukte sinken. Wichtige Exportländer wie Brasilien, Argentinien, die USA und Neuseeland müssten mit einer geringeren Nachfrage und sinkenden Einnahmen rechnen.

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Auch westliche Hersteller könnten gegen die chinesische Konkurrenz ins Hintertreffen geraten. Staatsgestützte Unternehmen mit niedrigeren Kosten könnten ausländische Mitbewerber überflügeln – ähnlich wie es bereits in der Solarindustrie geschehen ist.

Chinas Vorstoß in den Bereich alternativer Proteine wird vor allem von Ernährungssicherheit und weniger von Klimazielen angetrieben. Die koordinierte Strategie der Regierung zielt darauf ab, die Kosten zu senken, inländische Lieferketten aufzubauen und langfristig den Markt zu dominieren. Bei Erfolg könnte dies zwar zu sinkenden Lebensmittelpreisen weltweit führen, doch gleichzeitig würden traditionelle Exporteure und westliche Hersteller in den kommenden Jahrzehnten vor erhebliche Herausforderungen gestellt.

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