Debatte um kostenlose Mitversicherung: Sollten Ehepartner künftig zahlen?
Mila VoigtDebatte um kostenlose Mitversicherung: Sollten Ehepartner künftig zahlen?
In Deutschland entbrennt eine Debatte darüber, ob nicht erwerbstätige Ehepartner künftig einen Beitrag zu ihrer Krankenversicherung leisten sollten. Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), fordert das Ende der kostenlosen Mitversicherung für Partner im Rahmen der Familienversicherung. Stattdessen schlägt er vor, dass diese mindestens einen Mindestbeitrag zahlen sollten.
Heckens Vorschlag würde bedeuten, dass Ehepartner mit geringem oder keinem Einkommen in das System einzahlen müssten. Er betonte jedoch, dass Kinder weiterhin beitragsfrei versichert bleiben sollen. Seine Äußerungen reiht sich in ähnliche Diskussionen ein, die in anderen europäischen Ländern in den vergangenen fünf Jahren geführt wurden.
In den Niederlanden wurden 2023 Teilreformen umgesetzt, die die kostenlose Mitversicherung nur noch für Kinder unter 18 Jahren vorsehen. Österreich debattierte 2024 über eine vollständige Befreiung für einkommensschwache Familien, setzte die Pläne jedoch nicht um. Frankreich wiederum behielt 2025 unter EU-Druck und wegen Haushaltsengpässen seine bestehenden Regelungen bei.
Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) setzt sich für verpflichtende Beiträge ein. Ihr Vorschlag sieht eine Mindestzahlung von 220 Euro pro Monat für nicht erwerbstätige Ehepartner vor. Gesundheitsministerin Warken hat sich bisher nicht positioniert und kündigte an, zunächst die Empfehlungen der GKV-Finanzierungskommission abzuwarten.
Der Vorstoß könnte die Familienversicherung in Deutschland grundlegend verändern. Falls umgesetzt, müssten nicht erwerbstätige Ehepartner zumindest einen Grundbeitrag leisten, während Kinder weiterhin beitragsfrei blieben. Die Regierung wird vor einer Entscheidung voraussichtlich weitere Analysen abwarten.
Gesundheitsministerin unterstützt Reform der Ehegattenversicherung
Die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken hat sich öffentlich für die Reform der kostenlosen Ehegattenversicherung ausgesprochen und sie als 'Paradigmenwechsel' bezeichnet, der 'sozialverträglich' stattfinden müsse. Wichtige Entwicklungen sind:
- 2,5 Millionen nicht erwerbstätige Ehepartner profitieren derzeit von der kostenlosen Versicherung.
- Vorgeschlagene Mindestmonatliche Zahlungen von 220€ könnten jährlich 2,8 Milliarden Euro für Versicherer generieren.
- Warken unterstützt Anreize für Frauen, in den Arbeitsmarkt einzusteigen, betont jedoch soziale Gerechtigkeit.