19 March 2026, 18:35

Demokratie in Deutschland: Vertrauenskrise bei jungen Menschen verschärft sich

Plakat zur deutschen Revolution von 1910, das eine Gruppe von Menschen und eine Krone zeigt und Text enthält, der über das Ereignis informiert.

Zufriedenheit mit Demokratie in NRW bei Jugendlichen sinkt - Demokratie in Deutschland: Vertrauenskrise bei jungen Menschen verschärft sich

Demokratie in Deutschland bleibt stark – doch die Herausforderungen wachsen

Laut dem aktuellen Demokratiebericht ist die Demokratie in Deutschland zwar weiterhin gefestigt, sieht sich aber zusehends mit neuen Problemen konfrontiert. Eine Umfrage unter mehr als 2.900 Menschen in Nordrhein-Westfalen zeigt einen Rückgang des Vertrauens in zentrale Institutionen – besonders ausgeprägt bei jüngeren Generationen. Zwar bleibt die grundsätzliche Unterstützung demokratischer Werte stabil, doch wächst die Unzufriedenheit mit der praktischen Umsetzung der Demokratie.

Der Bericht für 2025 verzeichnet einen deutlichen Vertrauensverlust in Politik, Wissenschaft, Strafverfolgungsbehörden und staatliche Einrichtungen. Bei den 19- bis 29-Jährigen sank die Zufriedenheit mit der Demokratie um 14 Prozentpunkte auf nur noch 51 Prozent. In der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen betrug der Rückgang acht Punkte – hier sind lediglich 43 Prozent mit dem System zufrieden. Ältere Generationen bleiben die stabilsten Stützen der Demokratie.

Junge Menschen verlieren weiter an Vertrauen Seit 2023 hat sich das Misstrauen der Jugend zusätzlich verschärft. In Nordrhein-Westfalen stürzte die Zufriedenheit der 14- bis 18-Jährigen innerhalb von zwei Jahren von 77 auf 47 Prozent ab. Dennoch zeigen sich bei der politischen Teilhabe junger Menschen ambivalente Trends: Die Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen blieb mit 60 bis 65 Prozent konstant, während die Mitwirkung in Jugendparlamenten um 15 bis 20 Prozent stieg. Auch in Klimaschutz- und Sozialgerechtigkeitsinitiativen engagieren sich mehr junge Menschen – doch insgesamt liegt das Institutionenvertrauen weiterhin unter dem Niveau von 2022.

Besorgniserregende Einstellungen kommen ans Licht Die Umfrage förderte zudem problematische Haltungen zutage: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) stimmte der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei, die den Willen des Volkes verkörpert". 15 Prozent gingen sogar so weit, eine Diktatur könne unter Umständen der Demokratie vorzuziehen sein. Doch wenn es um die Demokratie nach dem Grundgesetz geht, fallen die Zufriedenheitswerte spürbar höher aus.

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Die Ergebnisse verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen demokratischen Prinzipien und ihrer wahrgenommenen Umsetzung. Während ältere Bürgerinnen und Bürger weiterhin hinter den demokratischen Werten stehen, schwindet bei Jüngeren das Vertrauen in die Institutionen. Der Bericht unterstreicht die Dringlichkeit, diese Entwicklungen anzugehen, um das Vertrauen in das politische System Deutschlands zu bewahren.

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