17 March 2026, 16:42

Demokratie weltweit auf Tiefstand – 74 Prozent leben unter Autokratien bis 2025

Altes Buch mit einer detaillierten Karte der Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Cover, das Graphiken und Text über die Ergebnisse der Präsidentenwahl enthält.

Demokratie weltweit auf Tiefstand – 74 Prozent leben unter Autokratien bis 2025

Die globale Demokratie hat ihren tiefsten Stand seit fast einem halben Jahrhundert erreicht – mit einem deutlichen Anstieg autokratischer Herrschaft. Bis Ende 2025 lebten 74 Prozent der Weltbevölkerung unter autoritären Regimen. Dieser Rückgang wird vor allem durch den demokratischen Abbau in langjährigen Demokratien wie den USA und Ungarn vorangetrieben, wo zwar noch Wahlen stattfinden, diese aber nicht mehr als frei und fair gelten.

In den USA verschlechterte sich der Demokratie-Index deutlich während der Präsidentschaft Donald Trumps von 2017 bis 2021. Seine Regierung schwächte zentrale demokratische Institutionen, indem sie die Kontrolle durch den Kongress umging und vermehrt per Präsidialdekret regierte. Bürgerrechte wurden eingeschränkt, die Pressefreiheit erodierte – alles Faktoren, die zu einem breiten Rückgang demokratischer Standards im Westen beitrugen. Trumps Rückzug aus multilateralen Abkommen wie dem Pariser Klimaabkommen und seine angespannte Haltung gegenüber der NATO untergruben zudem die Einheit des Westens und gaben autoritären Regimen mehr Spielraum. Zwar hielten Deutschland und Frankreich stärker an diesen Bündnissen fest, doch insgesamt litt die globale demokratische Koordination darunter.

Noch drastischer vollzog sich der demokratische Niedergang in Ungarn unter Viktor Orbán, der seit 2010 regiert. Das Land gilt inzwischen als "elektorale Autokratie" – ein System, in dem zwar gewählt wird, die Wahlen aber nicht fair sind. Der Widerstand gegen Orbáns Fidesz-Partei wächst, und vor den Parlamentswahlen im April 2026 nahmen die regierungskritischen Proteste zu. Péter Magyar hat sich als erster ernstzunehmender Herausforderer für Orbáns langjährige Vorherrschaft etabliert und deutet damit auf eine mögliche Wende in der ungarischen Politik hin.

Weltweit stieg die Zahl der Autokratien bis Ende 2025 auf 92 – und überholte damit die verbleibenden 87 Demokratien. Diese Entwicklung markiert die sogenannte "dritte Welle der Autokratisierung" und kehrt demokratische Fortschritte auf ein Niveau zurück, wie es zuletzt 1978 zu beobachten war. Westeuropa und Nordamerika verzeichnen nun die niedrigsten durchschnittlichen Demokratiewerte seit über 50 Jahren – ein Zeichen für den breiten Trend der demokratischen Erosion.

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Die Wahlen 2026 in Ungarn werden zeigen, ob Orbáns Macht durch die wachsende Opposition und öffentliche Unzufriedenheit ins Wanken gerät. Gleichzeitig stehen die USA und andere westliche Demokratien vor der Herausforderung, die jüngsten Rückschritte umzukehren. Da fast drei Viertel der Weltbevölkerung mittlerweile unter autoritärer Herrschaft leben, bleibt das Kräfteverhältnis zwischen Demokratie und Autokratie prekär.

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