Deutsche Industrie im Umbruch: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben ist
Hannah RichterDeutsche Industrie im Umbruch: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben ist
Deutsche Industrie im Wandel – doch die Angst vor Deindustrialisierung ist übertrieben
Drei große Studien des ifo Instituts, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann Stiftung zeichnen ein differenziertes Bild: Einige Branchen boomen, andere stehen vor enormen Herausforderungen. Besonders die Automobilindustrie kämpft mit dramatisch gesunkenen Exporten nach China.
In den vergangenen fünf Jahren stammten 76 Prozent der deutschen Industrieproduktion aus Sektoren mit wachsender Nachfrage. Selbst in traditionell schwierigen Bereichen wie der Metallverarbeitung oder der Chemie dominieren mittlerweile hochwertige Wachstumsprodukte. Forscher werten diesen Wandel als Zeichen von Anpassungsfähigkeit – nicht von Niedergang.
Doch die Automobilbranche erzählt eine andere Geschichte: Allein 2023 brachen die deutschen Pkw-Exporte nach China um 30 Prozent ein – ein Trend, der sich seit 2020 verschärft. Gründe sind die wachsende Konkurrenz durch chinesische Elektroautos, eine nachlassende Nachfrage wegen der wirtschaftlichen Abkühlung sowie geopolitische Spannungen, etwa durch Zölle. Das zeigen Berichte des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und des IfW Kiel.
Experten schlagen einen neuen Ansatz vor: Produkte in Deutschland entwickeln, die Fertigung aber ins Ausland verlagern – gestützt durch starke Kapitalmärkte, Steueranreize und flexible Regulierungen. Statt veraltete Strukturen zu schützen, sollte die Politik Innovation fördern, um im globalen Wettbewerb zu bestehen, ohne den industriellen Kern Deutschlands zu gefährden.
Die Studien bestätigen: Die deutsche Industrie steht nicht vor dem Kollaps, sondern im Umbruch. Während Branchen wie die Automobilindustrie Rückschläge hinnehmen müssen, expandieren andere mit zukunftsweisenden Produkten. Die Herausforderung liegt nun darin, Innovation zu stärken und die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesichert wird.






