21 March 2026, 06:01

Digitalwirtschaft enttäuscht: Wachstumschancengesetz verfehlt seine Ziele

Plakat mit der Aufschrift "19 Millionen Haushalte sparen durch High-Speed-Internet monatlich 30-75 USD" mit einem Logo.

Digitalwirtschaft enttäuscht: Wachstumschancengesetz verfehlt seine Ziele

Das Wachstumschancengesetz stößt in der Digitalwirtschaft auf scharfe Kritik. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst wirft der Regierung vor, die Digitalisierung trotz ihrer zentralen Rolle als Wachstumstreiber nicht ausreichend zu priorisieren. Als einzigen positiven Schritt für die Branche hebt er die verbesserte steuerliche Forschungsförderung hervor.

Das Gesetz soll eigentlich Innovationen in Unternehmen fördern. Es sieht Maßnahmen wie bessere Abschreibungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie eine Investitionsprämie für Klimaschutz vor. Doch Wintergerst kritisiert, die aktuelle Fassung sei in ihrem Umfang zu begrenzt.

So ist die 15-prozentige Investitionsprämie für digitale Technologien mit einer entscheidenden Einschränkung verbunden: Sie gilt nur, wenn die Technologie Teil eines Energiesparkonzepts ist. Wintergerst hält diese Auflage für unnötig und plädiert dafür, die Prämie ohne solche Bedingungen zu gewähren. Auch die gekürzte "Superabschreibung" – nun nur noch eine Erhöhung des Abschreibungssatzes von 20 auf 50 Prozent, und das auch nur für KMU mit Gewinnen unter 200.000 Euro – stößt auf seine Kritik. Stattdessen fordert er eine "echte Superabschreibung" von 175 Prozent für alle Digitalisierungsinvestitionen.

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Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt jedoch, dass das Interesse deutscher Unternehmen an Digitalisierung wächst. Laut einer repräsentativen Umfrage unter 604 Betrieben mit mindestens 20 Beschäftigten planen 36 Prozent, ihre Digitalinvestitionen im Jahr 2026 zu erhöhen – ein Anstieg gegenüber 29 Prozent im Jahr 2025 und 21 Prozent im Jahr 2024.

Wintergerst appelliert an die Ampelkoalition, frühere Digitalisierungszusagen endlich umzusetzen. Dazu zählen der DigitalPakt 2.0 für Schulen und der Verzicht auf die Idee eines Digitalhaushalts. Er betont, dass stärkere Anreize nötig seien, um mit der steigenden Nachfrage nach digitalen Lösungen Schritt zu halten.

Das Wachstumschancengesetz bietet der Digitalisierung nur begrenzte Unterstützung, wobei die meisten Vorteile an strenge Auflagen geknüpft sind. Zwar investieren Unternehmen zunehmend in digitale Technologien, doch Branchenvertreter kritisieren, das Gesetz gehe nicht weit genug. Wintergersts Vorschläge zielen darauf ab, Hürden abzubauen und das Wachstum der Branche zu beschleunigen.

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