Drei Kasachstans Industrieanlagen kämpfen wegen Strompreisen ums Überleben
Lina SeidelDrei Kasachstans Industrieanlagen kämpfen wegen Strompreisen ums Überleben
Drei große Industrieanlagen in der Sonderwirtschaftszone Saryarka in Kasachstan kämpfen aufgrund explodierender Stromkosten ums Überleben. Zwei Betriebe mussten die Produktion bereits vollständig einstellen, ein dritter arbeitet mit stark reduzierter Kapazität. Alle drei hatten bei der Regierung um finanzielle Unterstützung nachgesucht – doch ihre Anträge wurden abgelehnt.
Das Werk Qaraganda Power Silicon, das erst im vergangenen Jahr wiederbelebt wurde, hat seine Pläne zur Vollproduktion auf Eis gelegt. Die hohen Stromtarife von 27,93 Tenge pro Kilowattstunde (ohne Mehrwertsteuer) machen den Betrieb unrentabel. Die Anlage, wie auch andere in der SEZ, spezialisiert sich auf die energieintensive Herstellung von Ferrosilizium und technischem Silizium, bei denen die Stromkosten fast 70 Prozent des Endproduktpreises ausmachen.
Sowohl dieses Werk als auch die Ferrolegierungsfabrik des Unternehmens YDD Corporation hatten beim kasachischen Energieministerium einen Investitionstarif beantragt. Die Behörden lehnten die Gesuche ab und verwiesen auf die anhaltende Stromknappheit und die überlastete regionale Strominfrastruktur. Die YDD-Anlage, die eigentlich 180.000 Tonnen pro Jahr produzieren sollte, hat ihre Produktionsstraße stillgelegt; nur noch 55 Mitarbeiter bleiben, um die ungenutzten Maschinen instand zu halten.
Auch das Karaganda Ferrolegierungswerk steht vor ähnlichen Problemen. Nur einer der vier Erzschmelzöfen ist noch in Betrieb, die übrigen wurden aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet. In der Nähe liegt das Siliziumwerk von Tau-Ken Temir seit fast fünf Jahren brache – eine Folge der hohen Tarife und des globalen Preisverfalls bei Silizium.
Ohne Senkung der Strompreise können die drei Werke in der SEZ Saryarka auf dem Markt nicht bestehen. Die Entscheidung des Energieministeriums lässt ihnen kaum Spielraum, da die Energiekosten weiterhin die Produktionseinnahmen übersteigen. Vorerst bleiben die meisten Maschinen stillgelegt, und Hunderten von Arbeitsplätzen droht die Streichung.






