EU-Gipfel in Brüssel: Merz lehnt Militärschlag gegen Iran ab und kritisiert US-Politik
Mila VoigtMerz gegen Trump: Warum der Kanzler seinen Ton geändert hat - EU-Gipfel in Brüssel: Merz lehnt Militärschlag gegen Iran ab und kritisiert US-Politik
EU-Gipfel in Brüssel: Eskalation im Iran-Konflikt und dessen globale Folgen im Fokus
Auf dem EU-Gipfel in Brüssel steht die zunehmende Zuspitzung des Iran-Konflikts und dessen weitreichende Auswirkungen auf der Agenda. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich klar gegen eine militärische Beteiligung Deutschlands ausgesprochen und vor den damit verbundenen Risiken gewarnt. Seine Kritik an der US-Politik markiert dabei einen Kurswechsel im Vergleich zur früheren Haltung Deutschlands unter Gerhard Schröder.
Merz hat wiederholt eine militärische Beteiligung Deutschlands im Iran-Konflikt abgelehnt. In einer aktuellen Stellungnahme betonte er, dass sich die Frage eines deutschen Militäreinsatzes "überhaupt nicht stellt". Zwar räumte er ein, dass die deutsche Marine gegebenenfalls bei der Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus unterstützen könnte, doch unterstrich er, dass die Priorität der Bundeswehr weiterhin in der Landes- und Bündnisverteidigung liege.
Offen kritisierte der Kanzler auch die Krisenpolitik von US-Präsident Donald Trump. Er verurteilte, dass die USA vor den Luftangriffen auf den Iran keine Absprache mit ihren Verbündeten gesucht hätten, und bezeichnete Trumps Entscheidung, Ölsanktionen gegen den Iran auszusetzen, als Fehler. Merz argumentierte, dass eine Lockerung der Sanktionen den Druck auf Teheran verringere und die Gefahr berge, den Konflikt in die Länge zu ziehen.
In Gesprächen mit EU-, NATO- und G7-Partnern setzte sich Merz für eine diplomatische Lösung ein. Er warnte zugleich, dass Trumps Fokus auf den Iran die Aufmerksamkeit von der Ukraine ablenken könnte, wo Deutschland weiterhin Unterstützung leiste. Die Idee, die iranische Führung "durch Bombenangriffe in die Knie zu zwingen", wies der Kanzler als unrealistisch zurück. Stattdessen plädierte er für ein abgestimmtes Vorgehen, um einen "endlosen Krieg mit unklaren Zielen" im Nahen Osten zu vermeiden.
Auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte Besorgnis über eine mögliche Ausweitung des Konflikts. Sie betonte, kein EU-Mitglied wolle "aktiv in diesen Krieg hineingezogen werden". Der Gipfel soll nun Wege erörtern, wie die Region stabilisiert werden kann, ohne die Eskalation weiter anzuheizen.
Die Haltung Deutschlands unter Merz spiegelt eine grundsätzliche Präferenz der EU für diplomatische Lösungen statt militärischer Interventionen wider. Die Kritik des Kanzlers an der US-Politik offenbart dabei die Spannungen zwischen den Verbündeten in der Strategiefrage zum Iran-Konflikt. Angesichts der Bemühungen der EU, eine weitere Verstrickung zu verhindern, könnte das Gipfelergebnis die künftige Rolle Europas in der Krise prägen.






