21 March 2026, 12:32

EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung stoßen auf scharfe Kritik des ZDK

Aufkleber an der Außenseite eines Autos, der den Modellnamen anzeigt.

EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung stoßen auf scharfe Kritik des ZDK

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen den jüngsten Plan der Europäischen Kommission für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Nach Ansicht des Verbands sind die vorgeschlagenen Regeln unpraktikabel und könnten für Händler und Verbraucher erhebliche Herausforderungen schaffen. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU eine ältere Richtlinie durch strengere Kennzeichnungsvorgaben für Neu- und Gebrauchtwagen ersetzen will.

Die Europäische Kommission strebt eine einheitliche Kennzeichnungspflicht in allen 27 EU-Mitgliedstaaten an, wobei die neuen Regeln ab Juli 2026 direkt gelten sollen. Neuwagen müssten demnach elektronische Übereinstimmungserklärungen (eCoC) vorweisen, während auch für Gebrauchtfahrzeuge eine verpflichtende Kennzeichnung eingeführt werden soll – ein Vorhaben, das der ZDK entschieden ablehnt. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn argumentiert, dass die Ausweitung dieser Anforderungen auf Gebrauchtwagen zu weit gehe und rechtliche sowie praktische Probleme nach sich ziehen könnte.

Ein zentrales Problem ist die Inkompatibilität zwischen alten und neuen Prüfstandards. Ältere Gebrauchtwagen wurden nach dem veralteten NEFZ-System (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während aktuelle Modelle den strengeren WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Diese Uneinheitlichkeit macht eine präzise Kennzeichnung schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Der ZDK wies zudem darauf hin, dass viele Gebrauchtfahrzeuge nachgerüstet wurden, sodass verlässliche Daten zu Verbrauch und Emissionen oft fehlen.

Peckruhn warnte, dass die geplanten Regeln Händler dazu drängen könnten, ältere Gebrauchtwagen gar nicht mehr anzunehmen oder zu verkaufen. Er forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, sich einzumischen und für rechtssichere sowie umsetzbare Vorschriften zu sorgen. Der ZDK plädierte außerdem für klarere Verantwortlichkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern sowie für eine einheitliche Marktüberwachung in der gesamten EU.

Nationale Automobilverbände, darunter der ZDK, haben zusätzliche Bedenken geäußert. Dazu zählen Risiken für die datenschutzrechtliche Sicherheit fahrzeugspezifischer Informationen bei der digitalen Kennzeichnung, der Bedarf an detaillierteren Rechtsvorschriften sowie Schwierigkeiten bei der Anpassung an Modelle mit mehreren Emissionsklassen. Auch der Bundesrat hat Teile dieser Kritik aufgegriffen und auf die mögliche Belastung des Gebrauchtwagenmarkts hingewiesen.

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Ziel des Kommissionsvorschlags ist es, Verbrauchern transparentere Informationen zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu bieten. Doch in der aktuellen Form könnten die Regeln den Gebrauchtwagenmarkt durcheinanderbringen und rechtliche Unsicherheiten schaffen. Händler und Branchenverbände drängen nun auf Nachbesserungen vor dem Stichtag 2026.

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