EU plant 2-Billionen-Haushalt – Nettozahler wie Deutschland wehren sich
Hannah RichterEU plant 2-Billionen-Haushalt – Nettozahler wie Deutschland wehren sich
Die Europäische Kommission hat einen Haushaltsplan in Höhe von 2 Billionen Euro für den Zeitraum 2028–2034 vorgeschlagen – fast eine Verdopplung des aktuellen mehrjährigen Finanzrahmens. Diese Erhöhung würde die Beiträge der Mitgliedstaaten in die Höhe treiben, wobei Belgien trotz seiner hohen Staatsverschuldung jährlich bis zu 2,5 Milliarden Euro zusätzlich zahlen müsste. Der Vorschlag stößt bereits jetzt auf Widerstand mehrerer Länder, darunter Deutschland und Frankreich.
Der aktuelle mehrjährige Finanzrahmen (MFR) für 2021–2027 umfasst 1,2 Billionen Euro, ergänzt durch 800 Milliarden Euro aus dem Wiederaufbaufonds NextGenerationEU. Mit dem neuen Plan strebt die Kommission über 2 Billionen Euro für die nächsten sieben Jahre an, teilweise finanziert durch neue EU-weite Steuern auf grüne Initiativen und Tabakprodukte.
Deutschland, der größte Nettozahler der EU, leistet derzeit zwischen 19 und 25 Milliarden Euro mehr, als es zurückerhält. Thomas Ossowski, Deutschlands Ständiger Vertreter bei der EU, warnte, dass die Beiträge seines Landes im neuen Rahmen „enorm“ steigen könnten. Ein Bündnis aus acht Nationen – Deutschland, Finnland, Dänemark, den Niederlanden, Österreich, Irland, Belgien und Frankreich – hat sich bereits gebildet, um höhere Zahlungen abzulehnen.
Gleichzeitig unterstützen 16 andere Länder, darunter Polen, Italien, Spanien und Portugal, eine Ausweitung des Haushalts und die Aufnahme neuer gemeinsamer EU-Schulden. Die Kommission hofft, die Vereinbarung bis Jahresende finalisieren zu können, doch der Widerstand der Nettozahler könnte die Verhandlungen verzögern.
Falls der 2-Billionen-Euro-Haushalt genehmigt wird, würde dies die finanziellen Belastungen für die Mitgliedstaaten deutlich erhöhen. Belgien, das bereits mit einer hohen Schuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt kämpft, müsste möglicherweise jährlich 2,5 Milliarden Euro mehr beisteuern. Der Ausgang hängt davon ab, ob die ablehnende Gruppe den Vorschlag blockieren oder vor Jahresende Nachverhandlungen erzwingen kann.






