25 March 2026, 08:38

EU-Regeln bremsen nachhaltige Chemie: Warum erneuerbarer Kohlenstoff scheitert

Liniendiagramm, das die CO2-Emissionen in Tonnen pro Person in Entwicklungsländern zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

EU-Regeln bremsen nachhaltige Chemie: Warum erneuerbarer Kohlenstoff scheitert

Eine neue Studie der Renewable Carbon Initiative (RCI) zeigt auf, wie EU-Vorschriften den Fortschritt bei chemischen Produkten und Materialien auf Basis erneuerbaren Kohlenstoffs ausbremsen. Der Bericht, der auf Eingaben von 32 Mitgliedsunternehmen beruht, benennt zentrale rechtliche Hürden, die den Wandel weg von fossilen Rohstoffen blockieren.

Die Untersuchung identifiziert zehn Haupthemmnisse in sieben EU-Rechtsrahmen. Eines der größten Probleme ist das Fehlen eines einheitlichen Ansatzes für erneuerbaren Kohlenstoff in der chemischen und materialverarbeitenden Industrie. Diese Uneinheitlichkeit schafft Verwirrung und verzögert Investitionen in nachhaltigere Alternativen.

Aktuelle EU-Regelungen stehen oft im Widerspruch zu industriellen Realitäten und lenken Ressourcen von sinnvollen Veränderungen ab. So erkennt das Emissionshandelssystem (EU-ETS) etwa nur die Abscheidung und Nutzung von CO₂ (CCU, Carbon Capture and Utilisation) für Produkte an, die Jahrhunderte überdauern – kurzlebigere Kreislauflösungen bleiben dagegen unberücksichtigt. Diese enge Definition schließt viele Produkte aus erneuerbarem Kohlenstoff von Förderungen oder dem Marktzugang aus.

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Auch die Einwegkunststoffrichtlinie (SUPD, Single-Use Plastics Directive) erschwert die Lage: Ihre Definition von "natürlichem Polymer" schließt industriell hergestellte, aber naturgleiche Materialien aus – selbst wenn diese dieselbe Funktion erfüllen. Gleichzeitig behandelt die Verpackungsverordnung (PPWR, Packaging and Packaging Waste Regulation) alle biologisch abbaubaren Kunststoffe gleich, unabhängig von ihrer tatsächlichen Umweltbilanz oder Recyclingfähigkeit.

Zudem herrscht Rechtsunsicherheit bei CCU-Investitionen, was zu Projektstornierungen oder Verzögerungen führen kann. Biobasierte Produkte unterliegen strengeren Nachhaltigkeitsprüfungen als fossile Alternativen, während Subventionen für Biokraftstoffe die Rohstoffmärkte verzerren. Diese ungleichen Bedingungen erschweren es erneuerbaren Lösungen, fair zu konkurrieren.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die EU ohne klarere und flexiblere Politiken nur langsam vorankommen wird. Die Studie fordert einen kohärenteren Rahmen, der Innovation fördert und faire Marktbedingungen für nachhaltige Materialien schafft. Ohne Änderungen werden die aktuellen Vorschriften weiterhin fossile Produktionsweisen begünstigen – auf Kosten grüner Alternativen.

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