EU-Verbot für Einwegplastik in Restaurants ab 2030 – was sich für Gäste ändert
Emil LangeEU-Verbot für Einwegplastik in Restaurants ab 2030 – was sich für Gäste ändert
Ab 2030 führt die EU ein umfassendes Verbot von Einweg-Kunststoffverpackungen in Restaurants ein. Produkte wie Ketchup-Portionsbeutel, Zuckersticks und Kaffeeweißer werden für den Verzehr vor Ort nicht mehr erlaubt sein. Ausnahmen gibt es weiterhin für Takeaway-Angebote, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.
Die neuen Vorschriften sind Teil der übergeordneten EU-Verpackungsverordnung (PPWR), deren Umsetzung im August 2026 beginnt. Unternehmen müssen auf zertifizierte kompostierbare Materialien wie Bagasse und Polymilchsäure (PLA) umsteigen, da nicht kompostierbare Kunststoffbeschichtungen in Takeaway-Bechern ab dem dritten Quartal 2026 vollständig verboten werden.
Die bevorstehenden Einschränkungen stoßen in der Gastronomiebranche auf geteilte Reaktionen. Daniel Wiesner, Mitgeschäftsführer der Wiesner Gastronomie, unterstützt das Verbot, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich Kaffeeweißer und Zuckerportionen. Er warnt, dass deren Abschaffung zu Lebensmittelverschwendung und Hygieneproblemen führen könnte.
Auch große Schweizer Händler passen sich an. Migros begrüßt das EU-Gesetz als positiven Schritt und testet Nachfüllstationen, Mehrwegbehälter und biologisch abbaubare Alternativen. Coop hingegen setzt weiterhin auf Einweg-Portionsverpackungen und verweist auf die Kundennachfrage nach Bequemlichkeit und präziser Dosierung. McDonald's Schweiz gibt an, dass bereits 98 Prozent seiner Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen stammen, auch wenn das Unternehmen nach wie vor auf Einwegprodukte setzt, um den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.
Der Branchenverband Gastrosuisse plädiert für einen ausgewogenen Ansatz. Er befürwortet ein Kunststoffverbot nur dort, wo bezahlbare und hochwertige Alternativen verfügbar sind. Die Organisation setzt stattdessen auf stärkere Recyclingsysteme und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft statt auf pauschale Verbote.
Die Umsetzung der PPWR beginnt im August 2026 und verlangt von Unternehmen die Verwendung konformer Verpackungen. Das langfristige Ziel der EU ist ein vollständiger Ausstieg aus nicht kompostierbaren Kunststoffen in der Gastronomie bis 2030, um die Branche zu nachhaltigeren Praktiken zu bewegen.
Das Verbot wird die Art und Weise verändern, wie Restaurants und Händler Lebensmittel und Beilagen verpacken. Unternehmen müssen nun kompostierbare Materialien oder Mehrwegsysteme erforschen, um die Vorgaben zu erfüllen. Während einige den Wandel begrüßen, betonen andere die Notwendigkeit praktikabler Lösungen, die Nachhaltigkeit mit Kundekomfort und Hygiestandards in Einklang bringen.






