23 March 2026, 02:32

Europas Graphit-Revolution: Saubere Batterieproduktion ohne Importabhängigkeit

Liniengraph, der die erneuerbare Stromerzeugung in Zypern von 2010 bis 2022 zeigt, mit blauen und grünen Linien, die verschiedene erneuerbare Energiequellen und ihre jährlichen Erzeugungsmengen darstellen.

Europas Graphit-Revolution: Saubere Batterieproduktion ohne Importabhängigkeit

Ein neues europäisches Projekt will die Graphitproduktion für die Batterieindustrie revolutionieren. Unter dem Namen USE-G zielt die Initiative darauf ab, ein saubereres und energieeffizienteres Verfahren zu entwickeln und gleichzeitig die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu verringern. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird von der Friedrich-Schiller-Universität Jena geleitet und mit 1,7 Millionen Euro gefördert.

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Das USE-G-Projekt vereint Forschung und Industrie, um eine vollständig in Europa kontrollierte Graphitverarbeitung aufzubauen. Zu den zentralen Zielen gehören die Senkung des Energieverbrauchs, der Verzicht auf gefährliche Chemikalien sowie die Entwicklung eines einheitlichen Anodenmaterials aus sowohl natürlichem als auch recyceltem Graphit.

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena erprobt ein neues Reinigungsverfahren mit Chlorgas, das eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Methoden bieten könnte. Gleichzeitig arbeitet die Rain Carbon Germany GmbH an nachhaltigen Kohlenstoffbeschichtungen für Graphitanoden. Das Unternehmen Northern Graphite stellt natürlichen Graphit bereit, übernimmt das Mahlen und Formen des Materials und führt Batterietests durch.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rückgewinnung von Graphit aus dem sogenannten "Black Mass", dem Abfallprodukt aus dem Batterierecycling. Durch die Wiedereingliederung dieses Materials in die Produktion soll ein geschlossener Kreislauf entstehen. Langfristig strebt das Projekt an, ein in Europa hergestelltes Graphitprodukt zu entwickeln, das von Batterieherstellern zertifiziert werden kann.

Mit einer Förderung von 1,7 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie läuft das USE-G-Projekt bis 2027. Bei Erfolg könnte es der europäischen Batterieindustrie eine nachhaltigere und unabhängige Graphitversorgung ermöglichen. Zudem könnten die Ergebnisse dazu beitragen, die Umweltbelastung bei der Herstellung von Anodenmaterialien zu reduzieren.

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