Europas Wirtschaft droht ohne eigene Suchmaschinen zu kollabieren – doch die Politik zögert
Emil LangeEuropas Wirtschaft droht ohne eigene Suchmaschinen zu kollabieren – doch die Politik zögert
Europäisches Tech-Bündnis warnt vor wirtschaftlichem Kollaps ohne eigene Suchmaschinen
Ein europäisches Technologie-Bündnis hat davor gewarnt, dass die Wirtschaft des Kontinents ohne eigene Suchmaschinen zusammenbrechen könnte. Die Initiative European Search Perspective (EUSP) behauptet, dass 18 Billionen Euro der europäischen Wirtschaftsleistung von suchmaschinenbasierten Branchen abhängen. Derzeit werden fast alle Suchanfragen in Europa von ausländischen Unternehmen bearbeitet – vor allem aus den USA und Russland.
Die EUSP, ein deutsch-französisches Joint Venture, setzt sich für nationale Suchindizes in der gesamten EU ein. Sie hat offene Briefe an alle 27 Mitgliedstaaten geschickt und diese aufgefordert, Suchinfrastrukturen wie Energie oder Telekommunikation als öffentliche Notwendigkeit zu behandeln. Der Appell erfolgt genau 100 Tage, nachdem EU-Spitzenpolitiker auf dem Digital Sovereignty Summit in Berlin versprochen hatten, digitale Abhängigkeiten zu verringern.
Die Organisation arbeitet bereits an Staan, einem souveränen Suchindex für Frankreich und Deutschland. Bis Ende 2025 strebt sie eine Abdeckung von 50 Prozent in Frankreich und 33 Prozent in Deutschland an. Anders als die großen Konkurrenten operiert die EUSP unabhängig und öffnet ihren Index für Dritte, um den Wettbewerb in den Bereichen Suche und KI zu stärken.
Doch die Fortschritte bleiben langsam. Stand März 2026 hat noch kein EU-Land einen eigenen nationalen Suchindex eingeführt. Die Vorschläge der EUSP liegen vor, doch seit dem Berliner Gipfel stockt die politische Umsetzung. Die Initiative betont, dass Europa ohne Veränderungen die Kontrolle über kritische digitale Infrastrukturen verlieren könnte.
Die EUSP argumentiert, dass Suchmaschinen für Demokratie, Wirtschaft und die Entwicklung von KI unverzichtbar seien. Sie warnt, dass die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern Europa anfällig für Störungen oder Verzerrungen beim Zugang zu Informationen mache.
Die Warnungen des Bündnisses unterstreichen die starke Abhängigkeit Europas von Suchanbietern außerhalb der EU. Ohne eigene Alternativen könnten Schlüsselsektoren ins Wanken geraten. Bisher haben nur Frankreich und Deutschland konkrete Pläne – der Rest der EU muss nun entscheiden, ob sie handelt.