Ex-Models fordern neue Ermittlungen gegen Gérard Marie wegen Epstein-Verbindungen
Lina SeidelEpstein-Affäre: Ehemalige Models fordern Untersuchung gegen ehemaligen Modelagenturchef - Ex-Models fordern neue Ermittlungen gegen Gérard Marie wegen Epstein-Verbindungen
Fünfzehn Frauen, darunter ehemalige Models, fordern eine erneute Untersuchung der mutmaßlichen Verbindungen zwischen Gérard Marie und Jeffrey Epstein. Die Gruppe behauptet, im Besitz von E-Mails und Dokumenten zu sein, die eine Zusammenarbeit zwischen Marie, Epstein und dem verstorbenen Jean-Luc Brunel belegen könnten.
Französische Staatsanwälte hatten das Verfahren gegen Marie zuvor wegen Verjährung eingestellt. Nun haben die Frauen offiziell Berufung gegen diese Entscheidung eingelegt und die Behörden aufgefordert, seine mögliche Rolle bei Straftaten im Zusammenhang mit Epstein neu zu prüfen.
Gérard Marie, ehemaliger Europa-Direktor der Modelagentur Elite Model Management, war einst mit dem Supermodel Linda Evangelista verheiratet. Sein Name taucht erneut in Verbindung mit Epstein auf, dem in den USA in Verruf geratenen Finanzier, der 2008 wegen Anwerbung einer Minderjährigen verurteilt wurde und 2019 unter Bundesanklage wegen Missbrauchsvorwürfen erneut festgenommen worden war. Epstein starb noch im selben Jahr in seiner Zelle in New York.
Jean-Luc Brunel, der frühere Chef von Elite Model Management, stand im Verdacht, Reisen und Unterkünfte für Mädchen und junge Frauen organisiert zu haben, die mit Epstein in Verbindung standen. Brunel wurde 2022 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden, während er auf seinen Prozess wegen Vergewaltigungsvorwürfen mehrerer Models wartete.
Unter den Anklägerinnen hat Lisa Brinkworth eine Klage gegen Marie eingereicht und ihm vorgeworfen, sie 1998 in Mailand sexuell belästigt zu haben. Die ehemalige schwedische Model Ebba Karlsson und Brinkworth haben im Namen der Gruppe einen offiziellen Antrag bei der Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau gestellt. Drei weitere Ex-Models werfen Marie sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung vor.
Der Berufungsantrag der Frauen erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenderen Überprüfung von Epsteins Netzwerk, das öffentlich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit seinen Aktivitäten in Verbindung brachte. Zwar deutet nicht jede Verbindung auf Fehlverhalten hin, doch im Fall Marie geht es um die Frage, ob er eine kriminelle Rolle in Epsteins Machenschaften spielte.
Die Berufung stellt die frühere Einstellung des Verfahrens gegen Marie infrage. Sollten neue Beweise akzeptiert werden, könnten französische Ermittler die Untersuchungen zu seiner mutmaßlichen Verstrickung mit Epstein und Brunel wiederaufnehmen.
Das Ergebnis könnte entscheiden, ob Marie rechtliche Konsequenzen für die Vorwürfe der fünfzehn Frauen drohen – darunter Belästigungsvorwürfe und mögliche Verbindungen zu Epsteins Verbrechen.






