Fasching endet mit Mitternacht – doch die Tradition lebt weltweit weiter
Emil LangeFasching endet mit Mitternacht – doch die Tradition lebt weltweit weiter
Fasching, auch bekannt als Fetter Dienstag oder Schmotziger Donnerstag, markiert den letzten Tag des ausgiebigen Feierns vor Beginn der Fastenzeit. Die Tradition ist berühmt für ihre farbenfrohen Straßenfeste, prunkvollen Umzüge und üppigen Speisen wie Berliner Pfannkuchen und Krapfen. Doch wenn die Uhr Mitternacht schlägt, muss der Trubel ein Ende haben – bevor der Aschermittwoch anbricht.
Die Wurzeln des Faschings reichen bis ins mittelalterliche Europa zurück, wo Gemeinden prächtige Gelage veranstalteten, um reichhaltige Lebensmittel aufzubrauchen, bevor die entbehrungsreiche Fastenzeit begann. Im Laufe der Zeit verbreitete sich der Brauch weltweit und nahm dabei jeweils lokale Besonderheiten an.
In New Orleans begannen die Feierlichkeiten Anfang des 19. Jahrhunderts mit organisierten Umzügen, die von geheimen Gesellschaften – den sogenannten Krewes – wie dem Mystick Krewe of Comus angeführt wurden. Was einst als kleine Zusammenkünfte begann, wuchs zu massiven Events heran, die Millionen mit atemberaubenden Wagen, der Rex-Parade und dem ikonischen King Cake anziehen. Auch andere US-Städte wie Mobile in Alabama – wo 1703 der erste amerikanische Fasching stattfand – veranstalten große Feiern.
Weltweit präsentiert sich das Fest in vielfältigen Formen: Rios Karneval, der größte der Welt, beeindruckt mit spektakulären Paraden der Sambaschulen. In Venedig dominieren historische Masken und opulente Kostüme das Bild. Nizza und Dünkirchen in Frankreich, Basel mit seinem Morgestraich-Umzug und das Winterfest in Québec setzen eigene Akzente. Selbst jüngere Traditionen, wie in Calabar (Nigeria) oder Kapstadt (Südafrika), verbinden lokale Bräuche mit Faschingseinflüssen.
Die letzten Momente des Faschings werden vom Läuten der Kirchenglocken eingeleitet – ein Zeichen für den Beginn der Fastenzeit. Der Legende nach müssen die Feiern bis Mitternacht beendet sein, sonst droht der Teufel, die Seelen der Nachzügler zu holen.
Wenn die Festlichkeiten langsam verebben, bereiten sich die Haushalte auf eine ruhigere Zeit vor. Ausgelassenes Feiern weicht der Besinnung, viele decken sich mit schlichten Zutaten für die kommenden Fastenwochen ein. Die Straßen verstummen – und die Uhr für den nächsten Fasching beginnt zu ticken.






