FTX-Gläubiger erhalten Milliarden – doch viele fühlen sich betrogen
Hannah RichterFTX-Gläubiger erhalten Milliarden – doch viele fühlen sich betrogen
Der Kollaps der Kryptobörse FTX im November 2022 wirft weiterhin Fragen zu fehlenden Geldern und der Rückzahlung an Gläubiger auf. Die Eltern des Gründers, Sam Bankman-Fried, behaupten, dass kein Kundengeld verloren gegangen sei – doch Gläubiger und deren Vertreter zeichnen ein anderes Bild.
Die jüngste Auszahlung von 2,2 Milliarden US-Dollar, die Ende März fällig wird, bringt die Gesamtzahl der Rückerstattungen auf etwa 10 Milliarden US-Dollar. Dennoch erhalten viele Gläubiger aufgrund veralteter Bewertungen der Vermögenswerte nicht den vollen Ausgleich.
Barbara Fried und Joseph Bankman, die Eltern des in Ungnade gefallenen FTX-Gründers, traten kürzlich im Sender CNN auf, um das Handeln ihres Sohnes zu verteidigen. Sie argumentierten, die Überweisung von Kundengeldern an Alameda Research sei gängige Praxis gewesen und kein Betrug. Ihrer Darstellung zufolge seien alle Gläubiger inklusive Zinsen entschädigt worden, und es sei kein Geld verloren gegangen.
Sunil Kavuri, ein Vertreter der FTX-Gläubiger, widersprach diesen Aussagen jedoch. Er betonte, dass die Gläubiger trotz der Behauptungen der Bankmans noch immer nicht vollständig entschädigt seien. Ein Grund für die Differenzen liege darin, dass die Auszahlungen auf Basis der Kurse von 2022 berechnet würden – und nicht zum heutigen, deutlich höheren Bitcoin-Wert.
Der FTX-Rückerstattungstreuhand bereitet derzeit die Verteilung einer weiteren Tranche von 2,2 Milliarden US-Dollar bis Ende März vor. Mit dieser Zahlung summieren sich die Rückerstattungen seit dem Zusammenbruch der Börse auf rund 10 Milliarden US-Dollar. Doch ohne klare Angaben zum ursprünglichen Marktwert der Forderungen oder zu den betroffenen Kryptowerten bleiben viele Gläubiger im Ungewissen über ihre Verluste.
Die anstehende Auszahlung von 2,2 Milliarden US-Dollar markiert einen weiteren Schritt im Rückzahlungsprozess von FTX. Da die Entschädigungen jedoch an die Bewertungen von 2022 geknüpft sind, könnten Gläubiger weiterhin weniger erhalten, als ihre Forderungen heute wert wären. Die Debatte über fehlende Gelder und eine vollständige Entschädigung wird voraussichtlich anhalten, solange die Rückerstattungen andauern.






