GdP-Chef Peglow löst mit Beziehungsrat an Frauen Empörung aus
Dirk Peglow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Kriminalbeamten (GdP), hat mit seinen Ratschlägen an Frauen für Aufsehen gesorgt. Bei einer Stellungnahme zu den steigenden Zahlen von Vergewaltigungen und Sexualstraftaten empfahl er, Beziehungen zu Männern zu meiden – wegen des erhöhten Gewaltrisikos. Seine Äußerungen lösten umgehend eine Welle der Empörung in den sozialen Medien aus, wo ihm "Gehirnwäsche" und "Männerhass" vorgeworfen wurden.
Peglow äußerte sich im Zusammenhang mit der Vorstellung der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik. Auf die Frage nach dem Anstieg der Sexualdelikte verwies er auf Daten, die belegen, dass Frauen in Beziehungen mit Männern einem höheren Gewaltrisiko ausgesetzt sind. Später präzisierte er, es handle sich nicht um eine pauschale Warnung, sondern um eine sachliche Bezugnahme auf die vorliegenden Zahlen.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die Bild-Zeitung forderte von Peglow eine weitere Erklärung, während heute-journal-Moderatorin Dunja Hayali über seine Aussage lachen musste. In den sozialen Medien wurde ihm vorgeworfen, die Gesellschaft zu spalten und Männerfeindlichkeit zu schüren.
Peglows Position deckt sich mit den Erkenntnissen von Forscherinnen und feministischen Autorinnen wie Emilia Roig, Beatrice Frasl und Pauline Harmange. Ihre Arbeiten zeigen seit Langem die Gefahren auf, denen Frauen in Beziehungen ausgesetzt sind – von erhöhtem Stress über gesundheitliche Belastungen bis hin zu finanziellen Nachteilen. Studien belegen zudem, dass Frauen häufig den Großteil der Hausarbeit, der emotionalen Fürsorge und der Kindererziehung tragen, was die Problematik zusätzlich verschärft.
Zur Verteidigung seiner Haltung argumentierte Peglow, wer die Statistiken zu Gewalt in Beziehungen leugne, sei selbst Teil des Problems. Die Daten, so betonte er, sprächen eine klare Sprache.
Die Debatte um Peglows Äußerungen hält an, wobei die Diskussion nun stärker die gesellschaftlichen Folgen der von ihm zitierten Zahlen in den Blick nimmt. Seine Aussagen haben die öffentliche Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischer Gewalt, Beziehungsdynamiken und der ungleichen Verteilung von Care-Arbeit neu entfacht. Gleichzeitig wirft der Streit die Frage auf, wie solche Daten in der öffentlichen Debatte verantwortungsvoll interpretiert und vermittelt werden sollten.






