19 March 2026, 20:34

Gedenkstätten fordern UNESCO-Schutz gegen wachsende Holocaust-Leugnung

Ein Holocaust-Gedenkstein in einem jüdischen Friedhof in Berlin, mit einer Tafel mit Text und Zahlen, umgeben von Bäumen, einem Zaun und verstreuten trockenen Blättern.

Gedenkstätten fordern Aufnahme von Nazi-Konzentrationslagern in die UNESCO-Welterbeliste - Gedenkstätten fordern UNESCO-Schutz gegen wachsende Holocaust-Leugnung

Gedenkstätten an ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagern drängen auf den Status des UNESCO-Weltkulturerbes. Bisher genießt nur Auschwitz-Birkenau diese Anerkennung – trotz wachsender Bedrohungen für die Erinnerung an den Holocaust. Die Sorgen mehren sich angesichts des Erstarkens rechtsextremer Kräfte und einer aktuellen Welle antisemitischer Angriffe in Europa.

Die Leiter der Gedenkstätten in Dachau, Buchenwald und Bergen-Belsen haben die UNESCO aufgefordert, weitere ehemalige NS-Lager unter Schutz zu stellen. Sie argumentieren, dass der Weltkulturerbe-Status die Bewahrung dieser Orte unabhängig von politischen Veränderungen sichern würde. Derzeit ist Auschwitz-Birkenau, das 1979 in die Liste aufgenommen wurde, das einzige Lager mit dieser Auszeichnung.

Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der die rechtspopulistische AfD in Deutschland an Zuspruch gewinnt – einige ihrer Mitglieder stellen Holocaust-Gedenkveranstaltungen infrage. Gleichzeitig verzeichnet die Niederlande eine Zunahme antisemitischer Gewalt, darunter Explosionen in der Nähe einer jüdischen Schule in Amsterdam und einer Synagoge in Rotterdam in der vergangenen Woche.

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Der Holocaust-Überlebende Micha Gelber setzt sich seit Jahrzehnten für die Aufklärung ein und hat in über 1.000 Schulen und Einrichtungen von seinen Erlebnissen berichtet. Sein Engagement unterstreicht die Bedeutung des Erinnerns angesichts zunehmender geschichtlicher Verfälschungen. Die Gedenkstättenleiter betonen, dass diese Orte mahnen, wohin es führt, wenn die Menschenwürde ungeschützt bleibt.

Sollte der Antrag bewilligt werden, würde die UNESCO-Auszeichnung diese Stätten als dauerhafte historische Zeugnisse schützen. Das Vorhaben zielt darauf ab, politischen Bedrohungen entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass künftige Generationen die Folgen ungebremsten Hasses begreifen. Bislang steht allein Auschwitz-Birkenau als anerkanntes Symbol dieses dunklen Kapitels.

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