03 April 2026, 15:03

Grundschulen in Bergisch Gladbach kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und Überlastung

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Grundschulen in Bergisch Gladbach kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und Überlastung

Grundschulen in Bergisch Gladbach stehen vor wachsenden Herausforderungen, da immer mehr Kinder ohne grundlegende Fähigkeiten eingeschult werden. Besonders betroffen ist die Concordia-Schule in Schildgen, wo Schulleiter Manuel Blum einen deutlichen Anstieg von Schülern verzeichnet, die die volle dreijährige flexible Schulanfangsphase benötigen.

Die Folgen sind größere Klassen und eine steigende Zahl an Wiederholern, was den Schulalltag zusätzlich belastet. Die flexible Schulanfangsphase in Nordrhein-Westfalen ermöglicht es Kindern, ein, zwei oder sogar drei Jahre für die ersten beiden Schuljahre zu benötigen – je nach individuellem Entwicklungsstand. Doch immer mehr Erstklässler zeigen Defizite in Bereichen, die sie eigentlich bereits im Kindergarten hätten erlernen sollen. Rund 25 Prozent der Schulanfänger bringen behandlungsbedürftige Sprachprobleme mit, hinzu kommen motorische Entwicklungsverzögerungen und sozial-emotionale Schwierigkeiten.

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Ein zentrales Problem ist die unregelmäßige Betreuung in den Kindergärten. Durch Personalmangel und Lücken in der Notbetreuung konnten viele Kinder nicht ausreichend auf die Schule vorbereitet werden. Um die entstandenen Lernlücken zu schließen, integrieren Schulen nun vermehrt vorschulische Inhalte in ihre Lehrpläne. Dennoch stoßen sie an ihre Grenzen: In einigen Bergisch Gladbacher Grundschulen werden mittlerweile bis zu 29 Kinder in einer Klasse unterrichtet.

Die Situation verschärft sich weiter, da viele Kinder Aufgaben nicht bewältigen können, die früher als selbstverständlich galten. Sprachdefizite, mangelnde Feinmotorik und Schwierigkeiten im sozialen Miteinander erschweren den Lehrkräften die Arbeit und führen zu einer höheren Belastung im Schulbetrieb. Die steigende Zahl an Kindern mit Entwicklungsrückständen stellt die Grundschulen in Bergisch Gladbach vor erhebliche organisatorische und pädagogische Aufgaben. Ohne Verbesserungen in der frühkindlichen Betreuung und gezielte Fördermaßnahmen wird sich die Situation voraussichtlich weiter zuspitzen, was langfristig auch Auswirkungen auf die Bildungsqualität haben könnte.

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