Handwerksbetriebe in MV leiden unter Kostenexplosion und Umsatzrückgang
Lina SeidelHandwerksbetriebe in MV leiden unter Kostenexplosion und Umsatzrückgang
Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern kämpfen mit steigenden Kosten und sinkenden Umsätzen
Zu Beginn des Jahres 2023 sehen sich Handwerksunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit steigenden Ausgaben und rückläufigen Erträgen konfrontiert. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 88 Prozent der Betriebe vor allem unter explodierenden Material- und Beschaffungskosten leiden. Trotz der finanziellen Belastung verzichten die Unternehmen auf Entlassungen und sparen stattdessen bei Investitionen.
Im ersten Quartal 2023 verzeichneten fast die Hälfte der Handwerksbetriebe in der Region geringere Umsätze als im Vorquartal. Um gegenzusteuern, erhöhten 50 Prozent der Betriebe ihre Verkaufspreise und gaben die höheren Kosten an die Kunden weiter. Dennoch blieb die Beschäftigtenzahl stabil – weder bei neuen Ausbildungsplätzen noch bei Einstellungen gab es Rückgänge.
Fachkräfte gelten nach wie vor als das wertvollste Kapital dieser Unternehmen. Statt Personal abzubauen, kürzen die Betriebe an anderer Stelle ihre Ausgaben. Als Reaktion auf die gestiegenen Ölpreise schlug die Bundesregierung einen steuerfreien Bonus von bis zu 1.000 Euro für Arbeitgeber vor. Die Zahlung ist jedoch freiwillig, und Kritiker bezeichnen sie als ein "katastrophales Signal" für die ohnehin schon kämpfenden Unternehmen.
Der Handwerkssektor in Mecklenburg-Vorpommern umfasst rund 19.000 Betriebe mit etwa 112.000 Beschäftigten. Angesichts weiter steigender Kosten und sinkender Einnahmen stehen die Unternehmen nun vor schwierigen Entscheidungen. Der vorgeschlagene Entlastungsbonus bietet nur begrenzt Hilfe, sodass viele Betriebe die Kosten weiter selbst bewältigen müssen. Da die Materialpreise weiterhin hoch bleiben, dürften die Unternehmen auch künftig entweder die Preise erhöhen oder Investitionen zurückfahren. Die Stabilität bei der Beschäftigung deutet darauf hin, dass der Erhalt von Arbeitsplätzen Priorität hat – trotz wachsendem finanziellen Druck.






