Haushaltsstreit in Bergisch Gladbach: CDU fordert radikale Kürzungen und blockiert Stellenausbau
Mila VoigtHaushaltsstreit in Bergisch Gladbach: CDU fordert radikale Kürzungen und blockiert Stellenausbau
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach eskalieren zu einer der schärfsten Auseinandersetzungen der letzten Jahre
CDU-Chef Michael Metten kritisierte die Entwurfsvorschläge von Bürgermeister Marcel Kreutz scharf und forderte strengere Ausgabenkontrollen sowie weniger neue Stellen. Die Stadt steht unter massivem finanziellen Druck – besonders in zentralen Bereichen wie Schulen, Straßenbau und dem Entwicklungsgebiet Zanders fehlt es an dringend benötigten Mitteln.
Bei einer Veranstaltung des BürgerClubs skizzierte Metten die Position der CDU in den Haushaltsgesprächen. Er hinterfragte, warum trotz Digitalisierung und möglicher Effizienzgewinne durch KI keine Personalabbaupläne vorlägen. Statt die Belegschaft auszubauen, schlug er vor, die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media zu kürzen und nur 12 bis 13 der geplanten neuen Stellen zu genehmigen.
Die Christdemokraten pochten zudem auf mehr Bauaufsichts- und Genehmigungsbeamte, um stockende Projekte zu beschleunigen. Bei der Grundsteuer lehnte die Partei die vorgeschlagene Erhöhung um 100 Punkte ab und stimmte lediglich einem Anstieg um 25 Punkte zu, um Mindereinnahmen auszugleichen. Metten betonte, dass selbst eine Einigung mit SPD und Grünen keinen Startschuss für eine formelle Koalition oder langfristige Zusammenarbeit bedeuten würde.
Metten und Kreutz verbindet eine über zehnjährige Arbeitsbeziehung – sie trafen sich erstmals in einer gemeinsamen Ratssitzung. Dennoch bleiben die aktuellen Verhandlungen angespannt: Die CDU besteht darauf, dass ihr Wählerauftrag die endgültige Haushaltsfassung prägt. Welche Ämter konkret von Personalreformen betroffen wären, blieb offen; auch die genauen Zahlen zu Stellenaufstockungen seit 2010 sind unklar.
Angesichts der angespannten Haushaltslage stehen der Stadt harte Entscheidungen bevor. Die CDU setzt auf begrenzte Neueinstellungen, moderate Steuererhöhungen und gezielte Einsparungen. Jede Übereinkunft mit den politischen Konkurrenten bleibt rein sachbezogen – ohne übergeordnete politische Bindungen.






