Hugo Boss kämpft mit Gewinneinbruch und sinkenden Umsätzen im ersten Quartal 2023
Lina SeidelHugo Boss kämpft mit Gewinneinbruch und sinkenden Umsätzen im ersten Quartal 2023
Hugo Boss meldet deutlichen Rückgang bei Gewinnen und Umsätzen im ersten Quartal 2023
Der Modekonzern Hugo Boss verzeichnete in den ersten drei Monaten des Jahres 2023 einen deutlichen Einbruch bei Gewinnen und Umsätzen. Das operative Ergebnis brach um 42 Prozent ein, während der Gesamtumsatz um 6 Prozent auf 905 Millionen Euro sank. Herausforderungen in wichtigen Absatzmärkten und sich wandelnde Verbrauchertrends haben die Marke hart getroffen.
Die Probleme des Unternehmens erstreckten sich über alle Regionen und Produktlinien. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika gingen die Umsätze um 8 Prozent zurück. In den langjährigen Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren die Rückgänge ähnlich ausgeprägt. Allein der anhaltende Konflikt im Nahen Osten schlug mit einem Prozentpunkt auf den Umsatz im ersten Quartal zu Buche.
Beide Hauptmarken von Hugo Boss hatten mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Verkäufe von Businessmode unter der Marke Boss sanken um 3 Prozent – ein Zeichen für die nachlassende Nachfrage nach Büro- und Abendgarderobe. Noch stärker betroffen war die lässigere Linie Hugo: Hier brachen die Umsätze um 21 Prozent ein.
Als Reaktion auf die Krise hat das Unternehmen begonnen, seine physische Präsenz zu verringern. Bis Ende März waren bereits 15 der geplanten 50 Ladenschließungen umgesetzt worden; die restlichen sollen bis 2028 folgen. Der langfristige Sanierungsplan mit dem Namen „Claim 5 Touchdown“ zielt darauf ab, das Wachstum wiederherzustellen – frühestens jedoch ab 2027.
Ein Lichtblick könnte sich im November ergeben, wenn Hugo Boss seine neu gestaltete Damenkollektion auf den Markt bringt. Die überarbeitete Linie wird von Kerstin Dorst geleitet, die nun eine eigenständige Damensparte verantwortet.
Das erste Quartal 2023 stand für Hugo Boss im Zeichen von Filialschließungen und erheblichen finanziellen Rückschlägen. Mit fast halbierten Gewinnen und sinkenden Umsätzen in den wichtigsten Regionen setzt das Unternehmen nun auf eine Wende-Strategie und den Relaunch seiner Damensparte. Eine vollständige Erholung wird jedoch noch Jahre auf sich warten lassen.






