IG Metall fordert Job-Netzwerk gegen Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt
Mila VoigtIG Metall fordert Job-Netzwerk gegen Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt
IG Metall drängt auf landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt zur Bewältigung des Strukturwandels
Die Gewerkschaft IG Metall setzt sich für ein flächendeckendes Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein, das Arbeitnehmer:innen direkt in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt – noch bevor Arbeitslosigkeit droht. Begründet wird dies mit den tiefgreifenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, die durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und globale Umbrüche vorangetrieben werden. Ein strukturiertes Vorgehen sei notwendig, um Arbeitsplatzverluste zu verhindern, so die Gewerkschaft.
Die Region steht vor wachsenden Herausforderungen: Technologischer Wandel, Klimapolitik und eine alternde Belegschaft verändern die Industrielandschaft. Während einige Branchen mit einem Überangebot an Arbeitskräften kämpfen, fehlt es anderen an qualifiziertem Personal. Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, warnte, es sei wirtschaftlich unsinnig, erfahrene Beschäftigte erst in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, um sie später wieder anzuwerben.
Das geplante Netzwerk soll als dauerhafte Plattform fungieren und Unternehmen, Gewerkschaften, Behörden, Kammern sowie Bildungsträger vernetzen. Statt neue Strukturen zu schaffen, würde es bestehende Instrumente bündeln, um Arbeitnehmer:innen gezielt in aufstrebende Berufsfelder zu vermitteln. Priorität hätte dabei zunächst die interne Lösung – Fachwissen soll möglichst im eigenen Betrieb gehalten werden, bevor externe Wechsel in Betracht gezogen werden.
Die IG Metall betont, dass es nicht bei kurzfristigen Lösungen bleiben dürfe. Ein gut organisiertes System könnte regionale Lieferketten stabilisieren, Karrierewege sichern und die industrielle Basis stärken. Die Gewerkschaft plant Gespräche mit zentralen Akteuren, um einen dauerhaften Rahmen für eine sozialverträgliche Transformation zu schaffen.
Laut verfügbaren Quellen gibt es in anderen deutschen Bundesländern keine vergleichbaren landesweiten Modelle für direkte Berufsübergänge. Bestehende Pilotprojekte konzentrieren sich auf andere Bereiche, etwa Gründungsförderung in Baden-Württemberg oder Energieprojekte in Hessen.
Der Erfolg des Netzwerks hinge von einer breiten Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Bildungsträgern und Politik ab. Bei Umsetzung könnte es Fachkräftemangel verringern und die industrielle Zukunft Sachsen-Anhalts sichern. Als nächster Schritt stehen Verhandlungen an, um aus dem Vorschlag ein funktionsfähiges, langfristiges System zu entwickeln.






