31 May 2026, 08:01

"In die Sonne" strahlt bei den Deutschen Filmpreisen – doch Wenders sorgt für Debatten

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

"In die Sonne" strahlt bei den Deutschen Filmpreisen – doch Wenders sorgt für Debatten

Die Deutschen Filmpreise ehrten ihre Preisträger in einer Zeremonie zwischen Triumph und Kontroverse

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Der politische Thriller „Gelbe Briefe“ erhielt die Silberne Lola als Bester Spielfilm, während „In die Sonne“ mit zehn Auszeichnungen – darunter der Hauptpreis – die Veranstaltung dominierte. Unterdessen nutzte Altmeister Wim Wenders die Bühne, um eine langjährige ethische Debatte über einen seiner eigenen Filme anzusprechen.

Die Schauspielerinnen Lena Urzendowsky und Senta Berger wurden ebenfalls für ihre Leistungen geehrt und setzten weitere Glanzpunkte in einem abwechslungsreichen Abend.

„In die Sonne“ als großer Gewinner des Abends Der Film „In die Sonne“ sicherte sich die Goldene Lola für den Besten Spielfilm sowie neun weitere Preise. Sein Erfolg überstrahlte andere Nominierte, darunter „Gelbe Briefe“, das mit der Silbernen Lola ausgezeichnet wurde.

Auf der Bühne nahm Lena Urzendowsky den Preis als Beste Nebendarstellerin entgegen. In ihrer Rede rief sie zu mehr Empathie auf und verurteilte Gewalt sowie die Verletzung persönlicher Grenzen – ihre Worte ernteten begeisterten Applaus.

Senta Berger wurde für ihre Rolle in „Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke“ als Beste Hauptdarstellerin geehrt. Die erfahrene Schauspielerin dankte ihrem Team und reflektierte über die Herausforderungen ihrer Figur.

Wim Wenders stellt sich einer Aufarbeitung Ein prägender Moment der Veranstaltung war die Rede von Regisseur Wim Wenders. Bei der Entgegennahme eines Ehrenpreises thematisierte er die umstrittene Szene aus „Falsche Bewegung“ (1975) mit Nastassja Kinski, die damals erst 13 Jahre alt war. Kinski setzt sich seit Jahren für die Streichung der Szene ein. Wenders erkannte das Problem an und forderte eine breitere Diskussion innerhalb der Deutschen Filmakademie. Seine Frage „Kann man einen Film im Nachhinein ändern?“ löste unter den Anwesenden eine Debatte aus.

Schon zu Beginn des Abends hatten Akademieleiter Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel ihre Besorgnis über den Aufstieg der rechtsextremen AfD geäußert. Ihre Statements verknüpften künstlerische Verantwortung mit gesellschaftspolitischen Themen.

Ein Abend zwischen Feier und Reflexion Die Deutschen Filmpreise endeten mit „In die Sonne“ als unangefochtenem Star des Abends. Wim Wenders’ Appell zu einer ethischen Auseinandersetzung mit vergangenen Werken hinterließ einen bleibenden Eindruck, während die Reden von Urzendowsky und anderen die Rolle der Branche bei der Bewältigung realer Probleme unterstrichen. Die Mischung aus Jubel und Selbstkritik prägte die Stimmung – und setzte Maßstäbe für künftige Debatten im deutschen Kino.

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