Iran führt 10-Millionen-Rial-Schein ein – doch die Währungskrise bleibt ungebrochen
Hannah RichterIran führt 10-Millionen-Rial-Schein ein – doch die Währungskrise bleibt ungebrochen
Der Iran hat seinen höchsten Geldschein aller Zeiten eingeführt – eine 10-Millionen-Rial-Banknote – während das Land unter einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise leidet. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Konflikte, US-Sanktionen und eines drastisch an Wert verlorenen Rial, der die Bürger dazu zwingt, sich an Geldautomaten anzustellen, um an Bargeld zu kommen.
Die iranische Zentralbank hat diese Woche mit der Ausgabe der neuen Scheine begonnen, die zum aktuellen Wechselkurs etwa 7 US-Dollar wert sind. Das Design zeigt die Jameh-Moschee von Yazd aus dem 9. Jahrhundert und die antike Festung von Bam. Damit löst der neue Schein die erst im Februar ausgegebene 5-Millionen-Rial-Note ab.
Noch vor der jüngsten Eskalation des Konflikts hatte der Dollar mit einem Rekordhoch von 1,66 Millionen Rial einen historischen Höchststand erreicht, bevor er leicht auf 1,5 Millionen Rial zurückging. Aktuell liegt der Wechselkurs bei etwa 1,31 Millionen Rial pro Dollar – ein weiterer Beleg für den anhaltenden Verfall der Währung.
Trotz offizieller Beteuerungen, die Bargeldversorgung sei gesichert, haben die Banken seit Beginn des Krieges Abhebungen eingeschränkt. Viele Iraner stürmen die Geldautomaten, aus Sorge vor Störungen im elektronischen Zahlungsverkehr und einer Verschärfung der Versorgungsengpässe. Die Behörden versichern, der neue Geldschein werde den Zugang zu Bargeld erleichtern, auch wenn digitale Transaktionen nach wie vor die Hauptmethode für den täglichen Zahlungsverkehr bleiben.
Die Wirtschaft leidet seit Jahren unter US-Sanktionen, zusammengebrochenen Öleinnahmen und weitverbreiteter Korruption. Die Einführung der 10-Millionen-Rial-Note unterstreicht die Schwere der Krise, die nun in ihrer vierten Woche eskalierender Konflikte steckt.
Der neue Geldschein kommt zu einer Zeit, in der die Iraner mit Bargeldknappheit und einer im freien Fall befindlichen Währung kämpfen. Angesichts der Belastung der elektronischen Systeme und der galoppierenden Inflation zielt die jüngste Maßnahme der Zentralbank darauf ab, den Zahlungsverkehr zu erleichtern – doch die grundlegenden wirtschaftlichen Probleme bleiben ungelöst.






