Iran-Krise treibt Spritpreise um 20 Prozent – Ökonom warnt vor Inflation und Rezession
Hannah RichterIran-Krise treibt Spritpreise um 20 Prozent – Ökonom warnt vor Inflation und Rezession
Die eskalierenden Spannungen im Iran haben die Spritpreise in Deutschland um etwa 20 Prozent in die Höhe getrieben. Der Ökonom Jens Südekum, Berater von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil, warnt nun, dass die Krise weitere wirtschaftliche Verwerfungen auslösen könnte – darunter eine höhere Inflation und eine mögliche Rezession.
Die Handlungsmöglichkeiten der Regierung, Verbraucher vor diesen Preisschüben zu schützen, seien begrenzt, betonte Südekum. Steuerfinanzierte Entlastungen könnten nicht jeden wirtschaftlichen Schock abfedern. Das kürzlich beschlossene Paket zur Dämpfung der Spritpreise bezeichnete er als angemessene Reaktion. Gleichzeitig warnte er jedoch davor, den Staat als eine Art Allrisikoversicherung gegen alle wirtschaftlichen Störungen zu sehen. Sollte sich die Krise hinziehen, müsste Deutschland seiner Meinung nach möglicherweise strengere Preiskontrollen prüfen – ähnlich wie in Luxemburg.
Die Energiekosten steigen rasant an, mit spürbaren Folgen für die gesamte Wirtschaft. Die Großhandelspreise für Strom im deutsch-luxemburgischen Marktgebiet kletterten von 96,58 Euro pro Megawattstunde im Februar 2026 auf 118,53 Euro Ende März. Die Neukundentarife für Strom in Deutschland sind seit Ende Februar bereits um 16 Prozent gestiegen. Zwar gibt es in Luxemburg ein staatlich reguliertes Preismodell, doch beide Länder stehen unter dem gleichen Großhandelsdruck – was es schwierig macht, die Auswirkungen von Regulierungen auf die Endverbraucherpreise isoliert zu betrachten.
Das volle Ausmaß der Krise bleibt unklar. Südekum warnte, dass anhaltende Instabilität die Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben und die Haushaltsbudgets zusätzlich belasten könnte. Ohne klarere Daten seien die langfristigen Folgen für Inflation und Wirtschaftswachstum jedoch nur schwer abzuschätzen. Die Preise für Kraftstoffe und Energie in Deutschland steigen weiter – angetrieben durch die externen Auswirkungen der Iran-Krise. Die aktuellen Entlastungsmaßnahmen der Regierung bieten zwar vorübergehende Unterstützung, doch Südekums Warnungen unterstreichen das Risiko einer tieferen wirtschaftlichen Belastung. Sollte sich die Lage verschärfen, könnten strengere Preiskontrollen – wie sie in Luxemburg gelten – auf die Agenda rücken.






