11 May 2026, 08:01

Junge Vogelbeobachter entdecken seltene Arten am Tegeler Flughafen

Zwei junge Vögel auf einem Baumast sitzend mit ausgebreiteten Flügeln und offenen Schnäbeln vor einem klaren blauen Himmel.

Junge Vogelbeobachter entdecken seltene Arten am Tegeler Flughafen

Eine Gruppe junger Vogelbeobachter hat sich kürzlich am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel versammelt, um bei einer morgendlichen Exkursion seltene Arten zu entdecken. Zehn begeisterte Teilnehmer zwischen 12 und 26 Jahren nahmen an dem Ausflug teil – ein Zeichen für den wachsenden Trend unter jüngeren Generationen. Bei ihrer dreieinhalbstündigen Beobachtungstour dokumentierten sie 45 verschiedene Vogelarten, darunter einige vom Aussterben bedrohte Species.

Veranstaltet wurde die Aktion vom NABU, dem Naturschutzbund Deutschland, der bundesweit etwa fünf Jugend-Vogelbeobachterclubs betreibt. Mit dabei war auch Ole, das mit 12 Jahren jüngste Mitglied des Berliner Clubs. Für ihn ist Vogelbeobachtung „viel cooler“, als viele denken mögen.

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Andere wie die 18-jährige Charlotte entdeckten das Hobby während der COVID-19-Pandemie. Für sie bietet es eine willkommene Abwechslung vom Bildschirm und die Möglichkeit, die Natur intensiver zu erleben. Cora, ebenfalls 18, geht mindestens einmal pro Woche auf Vogelpirsch – ausgestattet mit Fernglas, Spektiv und einem Audiorekorder, um Vogelrufe festzuhalten.

Die Beobachtungen der Gruppe fließen in größere Forschungsprojekte ein, etwa über Plattformen wie ornitho.de. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete die Seite 6.000 Neuanmeldungen, an Tagen mit gutem Wetter gingen über 100.000 Meldungen ein. Immer mehr Vogelbeobachter nutzen digitale Tools wie die App Naturalist, um Sichtungen zu dokumentieren und wissenschaftliche Studien zu unterstützen.

Dieser Zuwachs an jungem Engagement spiegelt einen größeren Trend wider. In Großbritannien ist Vogelbeobachtung mittlerweile das zweitbeliebteste Hobby unter der Generation Z – fast 750.000 junge Menschen beobachten dort regelmäßig Vögel. Auch in Deutschland verändert sich die Szene: Das Durchschnittsalter der Beobachter sinkt, und immer mehr Frauen entdecken die Faszination für das Hobby.

Die Berliner Exkursion zeigt, wie die Vogelbeobachtung zunehmend jüngere und vielfältigere Teilnehmer anzieht. Digitale Plattformen und Jugendclubs machen den Natursport zugänglicher, während die gesammelten Daten wichtige Impulse für den Artenschutz liefern. Angesichts des wachsenden Interesses scheint die Tradition der Vogelbeobachtung bereit für eine moderne Weiterentwicklung.

Quelle