Kaliforniens Gouverneurswahl droht ohne Demokraten in die Stichwahl zu gehen
Hannah RichterKaliforniens Gouverneurswahl droht ohne Demokraten in die Stichwahl zu gehen
Kaliforniens anstehende Gouverneurswahl könnte ein ungewöhnliches Ergebnis bringen – bedingt durch das "Top-Two"-Vorwahlsystem des Bundesstaats. Mit acht bedeutenden demokratischen Bewerbern und nur zwei Republikanern im Rennen besteht durchaus die Möglichkeit, dass im November kein Demokrat die Stichwahl erreicht. Politikanalysten warnen, dass eine Zersplitterung der demokratischen Stimmen den beiden republikanischen Kandidaten den Einzug in die Endrunde ermöglichen könnte.
Nach den offenen Vorwahlregeln Kaliforniens ziehen die beiden stimmenstärksten Bewerber – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit – in die Hauptwahl im November ein. Zwar verfügen die Demokraten mit fast einem 2:1-Verhältnis über einen deutlichen Vorsprung bei den registrierten Wählern, doch verteilt sich ihre Unterstützung auf zu viele Schultern. Keiner der acht demokratischen Kandidaten liegt derzeit in Umfragen über 20 Prozent, was die Sorge vor einer Stimmenzersplitterung schürt.
Bei den Republikanern führen der ehemalige Fox-News-Moderator Steve Hilton und der Sheriff des Riverside County, Chad Bianco, das Feld an. Auf demokratischer Seite gelten der Abgeordnete Eric Swalwell, die ehemalige Kongressabgeordnete Katie Porter und der Klimaaktivist Tom Steyer als Favoriten. Angesichts der großen Anzahl an Bewerbern könnte die demokratische Wählerschaft jedoch so stark gespalten sein, dass beide Republikaner die beiden Spitzenplätze belegen.
Der Politdaten-Experte Paul Mitchell schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass kein Demokrat die Vorwahl am 2. Juni übersteht, auf 20 Prozent. Rusty Hicks, Vorsitzender der Demokratischen Partei Kaliforniens, hat wenig aussichtsreiche Kandidaten bereits zum Rückzug aufgefordert – aus Angst vor einem Ausschluss demokratischer Vertretung im November. Kritiker wie Mitchell und Hicks halten das "Top-Two"-System selbst für fehlerhaft und fordern dessen Abschaffung.
Die Vorwahl am 2. Juni wird entscheiden, ob Kaliforniens Gouverneursrennen von zwei Demokraten, zwei Republikanern oder einer gemischten Konstellation bestritten wird. Sollten sich die aktuellen Umfragewerte bestätigen, könnte der Bundesstaat erstmals seit Jahren eine rein republikanische Stichwahl erleben. Das Ergebnis hinge dann davon ab, wie gleichmäßig sich die demokratischen Stimmen auf die acht Kandidaten verteilen.






