06 May 2026, 07:38

Kanadas ungenutztes Hochwasserrisiko-Tool: Warum Provinzen blockieren und Hausbesitzer leiden

Karte von New York City, die vorgeschlagene Überschwemmungsrisikogebiete in Rot und Blau zeigt, mit Textdetails zu betroffenem Wassertyp, Bevölkerung und Projekttimeline.

Kanadas ungenutztes Hochwasserrisiko-Tool: Warum Provinzen blockieren und Hausbesitzer leiden

Die Bundesregierung Kanadas hat ein neues Online-Tool eingeführt, mit dem Kanadier:innen das Hochwasserrisiko für einzelne Adressen prüfen können. Das mit 15,3 Millionen Dollar aus dem Haushalt 2023 finanzierte Portal bleibt jedoch ungenutzt, da sich bisher keine Provinz oder Territorium angemeldet hat.

Kritiker bemängeln, dass das System den langfristigen Hochwassergefahren nicht gerecht wird – besonders vor dem Hintergrund, dass sich durch den Klimawandel die Überflutungsrisiken im ganzen Land verschärfen. Das Suchtool für Hochwasserrisiken sollte es Nutzer:innen ermöglichen, eine Adresse einzugeben und eine vierstufige Risikobewertung zu erhalten. Doch bis zu dieser Woche liegt die Funktion brach, weil sich keine Provinz oder Territorium für eine Teilnahme entschieden hat.

Die Ministerin für Notfallvorsorge, Eleanor Olszewski, verteidigte das Vorgehen und betonte, die Bundesregierung werde das Tool den Regionen nicht „aufzwingen“. Stattdessen bleibe die Teilnahme freiwillig. Gleichzeitig arbeitet Public Safety Canada an einem langfristigen Modell, das sich an die Fortschritte der Klimaforschung anpassen lässt.

Doch das Tool steht in der scharfen Kritik. Der Hochwasserrisiko-Experte Jason Thistlethwaite bezeichnete es als „Vernachlässigung“ der bundesstaatlichen Verantwortung und warnte, dass die uneinheitliche Informationspolitik Hausbesitzer:innen im Unklaren lasse. Der Rechnungshof hatte bereits zuvor Bedenken geäußert, dass das System zukünftige, klimabedingte Überflutungsmuster nicht ausreichend berücksichtige.

Selbst bei besserer Aufklärung weisen Expert:innen darauf hin, dass ein nationales Hochwasserrisiko-Tool allein die Widerstandsfähigkeit nicht entscheidend verbessern werde. Derzeit können etwa zehn Prozent der kanadischen Haushalte keine Hochwasserversicherung abschließen, während andere, die Versicherungsschutz erhalten, oft mit jährlichen Prämien in Höhe mehrerer tausend Dollar belastet werden.

Ohne die Beteiligung der Provinzen und Territorien bleibt das Hochwasserrisiko-Portal der Bundesregierung vorerst inaktiv. Würde es eingeführt, könnte es zwar klarere Risikobewertungen liefern – doch ob es die Hochwasserschäden verringert, hängt von umfassenderen politischen Maßnahmen ab.

Bis dahin bleiben Hausbesitzer:innen in Hochrisikogebieten mit hohen Versicherungskosten und eingeschränktem Zugang zu Versicherungsschutz konfrontiert.

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