Karaganda modernisiert marode Versorgungsnetze bis 2029 ohne Tariferhöhungen
Lina SeidelKaraganda modernisiert marode Versorgungsnetze bis 2029 ohne Tariferhöhungen
Kasachstans Region Karaganda modernisiert ihre veralteten Versorgungsnetze im Rahmen eines nationalen Modernisierungsprogramms. Das Projekt "Modernisierung der Energie- und Versorgungswirtschaft" (MEUS), das bis 2029 läuft, umfasst die Sanierung von Fernwärmeleitungen, Wasserrohren, Stromnetzen und Abwassersystemen in der gesamten Region. Bereits laufen Arbeiten in Karaganda und Temirtau, wo zwei große Wärmeleitungen und Wasseraufbereitungsanlagen grundlegend überholt werden.
Die Reparaturtrupps haben die Rekonstruktion der Wärmenetze in Temirtau abgeschlossen und sorgen damit für eine zuverlässigere Wärmeversorgung für rund 39.000 Einwohner. Zudem wurde im Rahmen der MEUS-Initiative eine weitere Wärmeenergieanlage modernisiert. Bisher stammen die Mittel ausschließlich aus dem Staatshaushalt, sodass für Verbraucher keine Erhöhung der Versorgungstarife ansteht.
Die Gesamtinvestitionen für die Modernisierungen belaufen sich auf etwa 34 Milliarden Tenge. Allerdings stützt sich die aktuelle Phase der Fernwärmesanierung in Karaganda stark auf importierte Edelstahlrohre – weniger als 20 Prozent der Materialien kommen aus lokaler Produktion. Als Reaktion darauf kündigte der Regionalgouverneur von Karaganda, Meiram Koschuchow, an, künftig auf heimisch produzierte Rohre zu setzen.
In späteren Projektphasen, wenn die Finanzierung über Kredite statt direkter Haushaltsmittel erfolgt, werden die Kosten schrittweise auf die Verbraucher umgelegt. Die Behörden betonen jedoch, dass Anpassungen schrittweise erfolgen und plötzliche Preissprünge für Haushalte vermieden werden.
Das MEUS-Programm wird weiter in der Region Karaganda umgesetzt, wobei in Temirtau bereits zentrale Infrastruktur modernisiert wurde. Die Finanzierung bleibt vorerst staatlich gesichert, sodass die Tarife für die Bevölkerung stabil bleiben. Künftige Phasen werden die lokale Rohrproduktion priorisieren und eine behutsame Kostenerstattung anstreben.






