30 March 2026, 08:01

Kasachische Wirtschaftsdelegation erkundet innovatives Berliner Biogaswerk ohne Energiepflanzen

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil von Russlands Erdgasimporten in Europa zeigt, mit Text, der die Investitionsprozente angibt.

Kasachische Wirtschaftsdelegation erkundet innovatives Berliner Biogaswerk ohne Energiepflanzen

Am 26. August 2022 besuchte eine Gruppe von zwölf kasachischen Wirtschaftsführern ein modernstes Biogaswerk in Berlin. Die Anlage, betrieben von der Berliner Stadtreinigung (BSR) im Stadtteil Ruhleben, verwandelt Haushaltsabfälle in klimaneutrale Energie. Während des Besuchs informierte sich die Delegation über technische Details und mögliche Kooperationen.

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Durch die Anlage führte Werkleiter Wilhelm Winkelmann. Die Dolmetscherin Galina Nurtasinova und Dr. Peter Enders übersetzten die Gespräche für die kasachischen Gäste live. Die Fragen der Besucher konzentrierten sich auf den Betrieb der Anlage, die Finanzierung sowie die Arten von Abfällen, die dort verarbeitet werden.

Die für 30 Millionen Euro von der Strabag Umwelttechnik GmbH errichtete Anlage steht auf einem Gelände, für dessen Vorbereitung, Planung und Genehmigungen weitere 10 Millionen Euro aufgewendet wurden. Im Gegensatz zu vielen deutschen Biogasanlagen – die häufig auf Mais, Rindergülle oder Schweinemist setzen – verzichtet diese Berliner Anlage vollständig auf Energiepflanzen. Stattdessen verarbeitet sie jährlich 75.000 Tonnen Bioabfälle aus den Braunen Tonnen und wandelt diese in Biogas für Müllfahrzeuge und das Berliner Gasnetz um.

Besonderes Interesse zeigte die kasachische Delegation an den finanziellen und technischen Aspekten. Eine Unternehmerin erkundigte sich nach Kooperationsmöglichkeiten für ihr eigenes Biogasprojekt, das auf Rindergülle basiert, in Kasachstan jedoch mit regulatorischen Hürden konfrontiert ist. Auch der CO₂-neutrale Ansatz der Anlage und ihre Anbindung an das öffentliche Netz stießen auf großes Interesse.

In Deutschland gibt es rund 9.500 Biogasanlagen, die meisten gefördert durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese Anlagen erzeugten im Jahr 2025 etwa 27,8 Milliarden Kilowattstunden Strom. Die Berliner Anlage hebt sich jedoch durch ihren Fokus auf städtische Abfälle statt auf landwirtschaftliche Rohstoffe ab.

Der Besuch unterstrich die Rolle der Anlage bei der Umwandlung von Haushaltsabfällen in erneuerbare Energie. Da sie keine Energiepflanzen benötigt, bietet sie ein Modell für eine nachhaltige Biogasproduktion in urbanen Räumen. Die kasachische Delegation verließ Berlin mit neuen Erkenntnissen über technische Lösungen und möglichen Wegen für zukünftige Zusammenarbeit.

Quelle