Kasachstan setzt auf digitale Echtzeit-Überwachung von Industrieemissionen
Lina SeidelKasachstan setzt auf digitale Echtzeit-Überwachung von Industrieemissionen
Industrieanlagen in Kasachstan führen digitale Systeme ein, um Umweltverschmutzung in Echtzeit zu überwachen. Dieser Schritt folgt einer gesetzlichen Vorgabe, wonach Betreiber von Anlagen der ersten Kategorie verpflichtet sind, automatisierte Messtechnik zu installieren. Fünf Unternehmen in der Region Akmola nutzen diese Systeme bereits, um Lücken in der Umweltaufsicht zu schließen.
Die automatisierten Überwachungssysteme (AMS) messen Schadstoffe wie Stickoxide, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid. Erfasst werden zudem Staub, Feinstaub, Schwefelwasserstoff sowie branchenspezifische Emissionen. Die Daten werden ohne manuelle Eingriffe direkt an eine nationale Datenbank übermittelt.
Eines der ersten Unternehmen, das die Vorgaben umsetzte, war das Heizkraftwerk RK-2 der Kokshetau Zhyly LLP. Dessen AMS ging im Dezember 2025 in Betrieb und übermittelt seit Januar 2026 Messwerte. Bisher läuft das System stabil – Überschreitungen der zulässigen Emissionswerte wurden nicht registriert.
Die Einführung der AMS geht auf den kasachischen Umweltkodex zurück, der ihre Installation an großen Emissionsquellen vorschreibt. Die Behörden wollen damit "blinde Flecken" in der Industrieüberwachung beseitigen, indem sie eine lückenlose und präzise Datenerfassung sicherstellen.
Die Ausrollung der Systeme schreitet an zentralen Industriestandorten voran. Betriebe in Kokshetau übermitteln bereits wie gesetzlich vorgeschrieben Echtzeit-Emissionsdaten. Der erfolgreiche Einsatz bei Kokshetau Zhyly LLP deutet darauf hin, dass die flächendeckende Umsetzung ohne größere Störungen verlaufen könnte.






