23 March 2026, 02:32

Kommunalwahlen in Frankreich: Linke halten Metropolen, RN gewinnt in kleineren Städten

Schwarze und weiße Illustration einer belebten Stadtstraße mit einem Gebäude auf der rechten Seite und einem Baum im Hintergrund, betitelt "Les élections à Paris, le boulevard des italiens dans la soirée du 16 octobre 1885".

Kommunalwahlen in Frankreich: Linke halten Metropolen, RN gewinnt in kleineren Städten

Bei den jüngsten Kommunalwahlen in Frankreich hat sich die politische Landkarte in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern deutlich verändert. Linksgerichtete Parteien konnten ihre Macht in den großen Ballungsräumen halten oder sogar ausbauen, während die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) bemerkenswerte Zugewinne verzeichnete. Auch die traditionellen Konservativen errangen wichtige Siege, während die Partei Renaissance von Präsident Emmanuel Macron deutlich zurückfiel.

In Paris sicherte sich Emmanuel Grégoire, ein enger Vertrauter der scheidenden sozialistischen Bürgermeisterin Anne Hidalgo, den Wahlsieg. Er deutete seinen Erfolg als klare Absage an die rechtsextreme RN und richtete sich dabei direkt gegen deren Spitzenkandidaten Jordan Bardella und Marine Le Pen. Die Grünen hingegen konnten Lyon halten, verloren jedoch in Straßburg und Besançon an Einfluss.

Die RN eroberte etwa ein Dutzend Städte, darunter Perpignan, Hénin-Beaumont und Fréjus, und lag in Toulon knapp vorne. In Nîmes und anderen umstrittenen Gebieten blieb sie jedoch erfolglos. In Marseille setzte sich der amtierende sozialistische Bürgermeister Benoît Payan gegen den rechtsextremen Herausforderer Franck Allisio durch und sicherte so die linke Vorherrschaft in der Stadt.

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Auf konservativer Seite gewann der ehemalige Ministerpräsident Édouard Philippe in Le Havre deutlich – ein Erfolg, der seine Position für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2027 stärkt. Die konservative Kandidatin in Paris, Rachida Dati, sah sich hingegen mit Kritik wegen Korruptionsvorwürfen und ihres konfrontativen Stils konfrontiert. Die Republikaner (Les Républicains) hielten zudem Toulouse und machten in mittelgroßen Städten wie Cannes und Meaux Boden gut.

Seit 2014 dominieren linke Kräfte in den Großstädten wie Paris, Lyon und Marseille. Doch der Aufstieg der RN markiert einen Wandel: Von vereinzelten Erfolgen 2020 hin zu einer breiteren Verankerung in Städten im Süden und Norden des Landes.

Die Ergebnisse bestätigen eine zersplitterte politische Landschaft. Während die Linke in den Metropolen ihre Hochburgen behält, hat die RN ihren Einfluss in kleineren Städten gefestigt. Die Konservativen wiederum haben ihre Basis gestärkt – Macrons Partei bleibt dagegen auf lokaler Ebene weitgehend bedeutungslos.

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