Kristen Stewarts Regiedebüt feiert in Cannes eine zutiefst persönliche Premiere
Hannah RichterKristen Stewarts Regiedebüt feiert in Cannes eine zutiefst persönliche Premiere
Kristen Stewart gibt mit The Chronology of Water ihr Regiedebüt – einer Verfilmung von Lidia Yuknavitchs autobiografischem Roman. Der Film begleitet eine junge Frau auf ihrem Weg vom Überleben kindlicher Misshandlung zur Wettbewerbs-Schwimmerin, ihrem Kampf gegen Sucht und schließlich dem Findens ihrer Stimme als queere Schriftstellerin. Stewart beschrieb das Projekt als eine zutiefst persönliche Erforschung von Kunst, Befreiung und der Rückeroberung der eigenen Geschichte.
Die Premiere feierte der Film als Entdeckung bei den Filmfestspielen von Cannes 2025, nach einem Jahrzehnt des Ringens um Finanzierung und der Balance zwischen Stewarts Schauspielkarriere.
Jahre lang bereitete sich Stewart auf den Film vor, erdachte dabei rund 500 Versionen im Kopf und feilte am dichten Drehbuch. Eng arbeitete sie mit den Co-Autoren Lidia Yuknavitch und Andy Mingo sowie einem hochkarätigen Ensemble, darunter Imogen Poots – die nach einem einzigen Wort im Vorsprechen sofort besetzt wurde –, neben Thora Birch, Tom Sturridge und Jim Belushi. Als Regisseurin nutzte Stewart ihre schauspielerische Erfahrung, um rohe emotionale Momente einzufangen, und meisterte gemeinsam mit ihrem Team kreative Hürden.
Für Stewart war das Projekt ein Aufbruch aus dem "männlichen Blick" des Kinos. Sie wollte weibliche Körper und Geschichten mit Feingefühl darstellen – ein Kontrast zu ihren früheren Rollen, insbesondere dem zarten, zurückhaltenden Image aus Twilight, das sie nie als passend empfand. Die Protagonistin Lidia findet in der Schwimmkunst Freiheit und Stärke, eine Metapher, die Stewart mit ihrem eigenen Glauben an Kunst als Rettung verbindet.
Hinter den Kulissen spürte Stewart Frustration auf traditionellen Filmsets, eingeengt von den ihr als Schauspielerin zugewiesenen Rollen. Mit diesem Debüt betrat sie einen neuen kreativen Raum, in dem sie Fragen stellen und zum Nachdenken anregen konnte, statt nur zu performen. Rückzugsorte wie Bücher und stille Momente zu Hause hielten sie während des Prozesses geerdet.
The Chronology of Water markiert Stewarts Wandel von der Schauspielerin zur Filmemacherin – eine Rolle, nach der sie lange gestrebt hat. Die zehnjährige Reise vom Drehbuch zur Leinwand spiegelt ihren Willen wider, Geschichten zu erzählen, die herausfordern und berühren. Mit der Premiere in Cannes wird das Projekt nun zum künstlerischen Meilenstein und einer Erklärung künstlerischer Befreiung.