Kuwait sichert Ölversorgung durch neuen Lagervertrag mit Südkorea ab
Kuwait hat seine ausländischen Rohöllagerkapazitäten durch einen Vertrag mit Südkorea ausgebaut. Die im April 2025 unterzeichnete Vereinbarung ermöglicht es der Kuwait Petroleum Corporation, 4 Millionen Barrel Rohöl bei der Korea National Oil Corporation zu lagern. Dieser Schritt ist Teil einer langfristigen Strategie, um die Versorgungssicherheit angesichts regionaler Instabilität zu gewährleisten.
Kuwaits Bemühungen um ausländische Lagerstätten reichen Jahrzehnte zurück. Bereits 1995 testete das Land das Konzept, indem es Rohöl auf den Bahamas einlagerte – mit dem Ziel, die Lieferungen näher an den US-Markt heranzubringen. 2007 führten Spannungen im Golf zu einem weiteren Abkommen, diesmal mit Südkorea, um stetige Ölferlieferungen zu sichern.
2020 lagerte Kuwait weitere 3,1 Millionen Barrel Rohöl in Japan ein und festigte so seine Strategie. Die jüngste Vereinbarung mit Südkorea stockt diese Reserven weiter auf, doch die Gesamtmenge deckt weniger als drei Tage des täglichen Ölverbrauchs des Landes.
Fünf zentrale Faktoren beeinflussen diese Entscheidungen: die strategischen Ziele, die Höhe der Überschussproduktion, die Lagerkosten, die Finanzierungskosten und die Preisdifferenzen zwischen den Märkten. Auch andere OPEC-Mitglieder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran lagern Rohöl im Ausland für Notfälle ein.
Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen hat seit Ende Februar zugenommen, als sich der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran verschärfte. Täglich passieren fast 20 Millionen Barrel Öl – etwa ein Fünftel des globalen Angebots – die Straße von Hormus, eine kritische Engstelle, die nun einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist.
Der jüngste Lagervertrag stärkt Kuwaits Fähigkeit, Versorgungsunterbrechungen zu bewältigen. Sollten weitere Länder aus geopolitischen Gründen ihre Reserven schneller aufstocken, könnte dies den globalen Ölpreis nach oben treiben. Vorerst bietet das gelagerte Rohöl jedoch einen – wenn auch begrenzten – wichtigen Puffer gegen mögliche Knappheiten.






