30 March 2026, 04:01

Linksextremist in Dresdner Prozess wegen Zeugnisverweigerung in Haft genommen

Mann im Anzug vor dem Senatsjustizausschuss mit Namensschild, Wasserflasche, Stift und Mikrofon auf dem Tisch, Publikum im Hintergrund.

Linksextremist in Dresdner Prozess wegen Zeugnisverweigerung in Haft genommen

Ein Linksextremist ist wegen Zeugnisverweigerung in einem viel beachteten Prozess gegen antifaschistische Gruppen in Haft genommen worden. Jannis R., der bereits eine Strafe wegen früherer Vergehen verbüßt, wurde in Untersuchungshaft genommen, nachdem er im Gerichtsschweigen beharrte. Seine Weigerung erfolgte im Rahmen des laufenden Dresdner Prozesses, in dem sieben Aktivisten wegen gewalttätiger Angriffe auf Rechtsextremisten angeklagt sind.

Jannis R. war erstmals im Mai 2023 wegen seiner Beteiligung an einem Überfall auf ein Neonazi-Treffen am Bahnhof Wurzen verurteilt worden. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und weiterer Delikte. Die Lina-E.-Gruppe, der er angehörte, wurde von der Bundesanwaltschaft als linksextremistisches Netzwerk eingestuft.

Später wurde er als Zeuge in einem Folgeprozess geladen, in dem sieben antifaschistische Aktivisten beschuldigt werden, in Ostdeutschland gewaltsame Angriffe auf rechtsextreme Personen verübt zu haben. Die Verhandlung begann im November 2025 vor dem Dresdner Oberlandesgericht. Jannis R. genoss zunächst begrenzten Schutz und durfte sich nur zu Fragen über einen Überfall auf eine Neonazi-Kneipe in Eisenach aussagen.

Im Gerichtssaal machte er jedoch vollständig von seinem Schweigerecht Gebrauch, woraufhin die Richter seinen Hafturlaub widerriefen. Bevor er in Handschellen abgeführt wurde, zog er seine Jacke aus und enthüllte ein T-Shirt mit der Aufschrift "Freiheit für alle Antifaschisten". Sein Anwalt, Oliver Nießing, argumentierte, die Entscheidung zu schweigen habe seinen Mandanten in eine ausweglose Situation gebracht.

Durch seine Weigerung endete seine teilweise Kooperation, was die Untersuchungshaft auslöste. Die Ermittler hatten gehofft, seine Aussage würde Aufschluss über die Struktur der Lina-E.-Gruppe und ihre Rolle bei den Überfällen auf Rechtsextremisten geben.

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Jannis R. muss nun mit verschärften Haftbedingungen rechnen, nachdem er im Gerichtssaal protestiert hatte. Sein Schweigen lässt Fragen zu den Aktivitäten und Verbindungen der Lina-E.-Gruppe unbeantwortet. Der Dresdner Prozess gegen die sieben Aktivisten geht unterdessen weiter – die Staatsanwaltschaft sucht weiterhin nach Beweisen für die koordinierten Angriffe der Gruppe.

Quelle