Lisa Eckharts düstere Kaiserin Stasi I. erschüttert das Wiener Publikum
Mila VoigtLisa Eckharts düstere Kaiserin Stasi I. erschüttert das Wiener Publikum
Die in Österreich geborene Kabarettistin Lisa Eckhart bringt ihre neueste Show Ich war mal jemand ins Wiener Globe. Der Saal, für Kabarett-Verhältnisse ungewöhnlich groß, bietet Platz für eine Performance, die sich über zwei Stunden erstreckt. Auf der Bühne verwandelt sich Eckhart in eine groteske, doch faszinierende Figur – Stasi I., die selbsternannte Kaiserin von Österreich und der DDR.
Von Anfang an strahlt die Figur Widersprüchlichkeit aus: mal hochmütig und näselnd, dann wieder verführerisch schnurrend. Ihre Monologe, durchzogen von Besessenheit von Sex, Blut und Hoden, trägt sie mit beißendem Spott vor. Die Figur tobt wie jemand mit Tourette-Syndrom, schleudert Beleidigungen in alle Richtungen und trifft damit jede Überzeugung im Raum.
Im Verlauf der Show wird der Ton düsterer. Hinter der Provokation verbirgt sich eine von Suizidgedanken gequälte Gestalt, deren Glanzzeiten längst vorbei sind. Das Publikum erträgt eine gnadenlose Abfolge boshafter Pointen, die mit jeder Minute schroffer werden. Gegen Ende sitzt das Publikum schweigend da, erschöpft und wie betäubt.
Eckharts Auftritt lässt wenig Raum für Behaglichkeit. Das zweistündige Spektakel, gefüllt mit Provokation und Verzweiflung, hallt noch lange nach, wenn der Vorhang fällt. Wer bis zum Schluss bleibt, verlässt den Saal geistig ausgelaugt – das Gewicht von Stasi Is ungebremstem Zorn noch frisch im Gedächtnis.






