Machtkämpfe in Jakutien: Einheitsrussland rüstet sich für Dumawahlen 2026
Lina SeidelMachtkämpfe in Jakutien: Einheitsrussland rüstet sich für Dumawahlen 2026
Einheitsrusslands Jakutien-Zweig bereitet sich auf die Dumawahlen 2026 vor – interne Konkurrenz formiert sich
In der Republik Sacha (Jakutien) laufen innerhalb der regionalen Parteistrukturen von Einheitsrussland bereits die Vorbereitungen für die Wahlen zur Staatsduma 2026 – und die internen Machtkämpfe nehmen Gestalt an. Vier Akteure aus dem Regionalbüro gelten als aussichtsreiche Anwärter: Galina Dantschikowa, Iwan Luzkan, Wladimir Fjodorow und Viktor Fjodorow. Der Wahlkampf offenbart dabei unterschiedliche Strategien und Loyalitäten innerhalb der regierenden Partei.
In Jakutien dreht sich die Wahlpolitik häufig weniger um Parteilisten als vielmehr um Direktmandate in den Wahlkreisen. Dieses System begünstigt erbitterte interne Rivalitäten, da sich die Kandidaten bereits jetzt für 2026 positionieren.
Viktor Fjodorow, ein gemäßigter Kritiker und Vertreter des zentristischen Flügels innerhalb Einheitsrusslands, hat in der Vergangenheit erfolgreiche Wahlkämpfe unterstützt. 2021 trug seine Unterstützung maßgeblich dazu bei, dass Fedot Tumussow mit 22 Prozent der Stimmen ein Dumamandat für Jakutsk errang. Fjodorows Ansatz steht im Kontrast zu Iwan Luzkan, einem linientreuen Parteifunktionär, der als stellvertretender Sekretär des Regionalverbands amtiert.
Wladimir Fjodorow, der sich selbst als „reformierten“ Oppositionellen inszeniert, ist für seine unkonventionellen Methoden bekannt. Sein Einfluss war entscheidend für Sardana Awksentjewas Sieg bei der Jakutsker Bürgermeisterwahl 2018. Galina Dantschikowa, eine weitere mögliche Kandidatin, stützt sich hingegen auf administrative Rückendeckung, verfügt aber über kein eigenständiges öffentliches Profil.
Die unterschiedlichen Hintergründe dieser Akteure spiegeln die tiefer liegenden Spannungen innerhalb Einheitsrusslands wider: Während die einen auf Parteidisziplin setzen, nutzen andere persönliche Netzwerke oder frühere Verbindungen zur Opposition.
Die Dumawahlen 2026 in Jakutien werden zur Nagelprobe für Einheitsrusslands Fähigkeit, interne Gräben zu überbrücken. Kandidaten wie Dantschikowa, Luzkan und die beiden Fjodorows bringen jeweils eigene Stärken und Schwächen in den Wahlkampf ein. Der Ausgang wird davon abhängen, wie die Wähler auf ihre gegensätzlichen politischen Stile und Bilanzen reagieren.






