Matthias Moosdorf attackiert "Kultur von links" – und fordert konservative Ästhetik
Emil LangeMatthias Moosdorf attackiert "Kultur von links" – und fordert konservative Ästhetik
Matthias Moosdorf – Künstler, Gastprofessor und AfD-Bundestagsabgeordneter – hat ein neues Buch mit dem Titel Kultur von rechts veröffentlicht. Darin untersucht er, was er als tiefe Krise der zeitgenössischen Kultur wahrnimmt. Seine Kritik richtet sich gegen sinkende ästhetische Maßstäbe, die Politisierung der Kunst und einen weiteren Verfall westlicher Traditionen.
Moosdorfs Analyse zufolge leidet die moderne Kultur unter Gleichförmigkeit, angetrieben von politischer Korrektheit und Cancel Culture. Er behauptet, dass Förderentscheidungen zunehmend progressive Themen bevorzugten und damit alternativen Perspektiven in Theatern und Galerien kaum noch Raum ließen. Seiner Meinung nach habe sich so eine kulturelle Elite herausgebildet, die innerhalb einer linksgerichteten Hegemonie agiere und offene Debatten ersticke.
Sein Buch setzt sich auch mit der These auseinander, dass Kultur per definitionem auf Ordnung, Tradition und gestalterischer Disziplin beruhe – Prinzipien, die er mit einer konservativen Ästhetik verbindet. Dabei bezieht er sich auf den Philosophen Norbert Bolz und dessen Konzept vom „Konformismus der Nonkonformisten“, bei dem Künstler oft mainstreamige Haltungen als rebellische Positionen inszenierten. Moosdorfs eigener Werdegang – zwischen Kunst, Wissenschaft und Politik – prägt seine Argumentation, dass der von der AfD geführte „Kulturkampf“ von rechts die Kunst vor parteilicher Instrumentalisierung bewahren wolle.
Psychologen hingegen bieten eine andere Deutung kulturellen Widerspruchs an. Sie vermuten, dass Menschen, die Bedrohungen für Traditionen wahrnehmen – etwa durch Behauptungen „gespenstischer“ Einflüsse in der Gesellschaft –, möglicherweise tiefere, ungelöste Konflikte verdrängten.
Moosdorfs Werk positioniert sich gegen das, was er als Herabwürdigung der abendländischen Zivilisation und als Erosion der Bildung beschreibt. Sein Buch reiht sich ein in die größere Debatte, ob Kultur sich der Politisierung widersetzen oder sie annehmen solle. Die Diskussion spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen Tradition und progressivem Wandel in Deutschlands künstlerischen und intellektuellen Kreisen wider.






