29 March 2026, 16:38

Merz fordert Verzögerung beim Kohleausstieg – und löst Streit mit den Grünen aus

Protestierende halten ein "Fuck You Coal"-Schild vor dem Reichstag in Berlin, mit Bäumen, einer Flagge und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Merz fordert Verzögerung beim Kohleausstieg – und löst Streit mit den Grünen aus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine Verschiebung des geplanten Kohleausstiegs Deutschlands vorgeschlagen. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Land mit möglichen Energieengpässen konfrontiert ist und die Diskussionen über die Stromversorgung an Fahrt aufnehmen. Der Vorstoß stößt bereits auf Widerstand der Grünen und wirft Fragen zur Zukunft der kohleabhängigen Regionen auf.

Merz argumentierte, dass bestehende Kohlekraftwerke möglicherweise über ihre vorgesehenen Abschalttermine hinaus in Betrieb bleiben müssten. Er betonte die Bedeutung einer gesicherten Stromversorgung Deutschlands und den Schutz zentraler Industrien. Gleichzeitig forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um mögliche Versorgungslücken zu schließen.

Die Lausitz, eine vom Braunkohleabbau geprägte Region, befindet sich bereits in einem tiefgreifenden Wandel. Der Energiekonzern LEAG mit Sitz in Cottbus soll rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleich für die Stilllegung seiner Kohlekraftwerke bis 2038 erhalten. Bund und Länder hatten ursprünglich bis zu 40 Milliarden Euro an Strukturhilfen für die Kohleausstiegsregionen vorgesehen, darunter über 14,8 Milliarden Euro allein für das Rheinische Revier.

Die Grünen reagierten prompt und riefen Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, jede Verzögerung beim Kohleausstieg abzulehnen. Zudem forderten sie weiterhin Unterstützung für die Beschäftigten und Investitionen in die strukturelle Transformation der Region.

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Merz' Vorschlag könnte den Zeitplan für das Ende der Kohleverstromung in Deutschland weiter nach hinten schieben. Sollte die Verzögerung umgesetzt werden, hätte dies Auswirkungen auf die Entschädigungsregelungen, die Regionalförderung und die gesamte Energiestrategie des Landes. Die Debatte verlagert sich nun darauf, ob die Regierung ihre Politik anpassen oder am ursprünglichen Ausstiegsfahrplan festhalten wird.

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