Miami ehrt umstrittenen Ex-Stadtrat mit "Angel Gonzalez Way" – trotz Skandalvergangenheit
Mila VoigtMiami ehrt umstrittenen Ex-Stadtrat mit "Angel Gonzalez Way" – trotz Skandalvergangenheit
Die Stadtkommission von Miami hat beschlossen, fünf Abschnitte der NW 14th Terrace zusätzlich als "Angel Gonzalez Way" auszuweisen. Mit der Entscheidung wird das Wirken des ehemaligen Stadtrats gewürdigt – trotz seiner früheren juristischen Verfehlungen. Doch nicht alle unterstützen diesen Schritt.
Der Antrag wurde von Stadtkommissar Miguel Angel Gabela eingebracht, der das Erbe Gonzalezes verteidigte. Kritik von Gegnern wies er als unbegründet zurück. Letztlich stimmte die Kommission einstimmig für den Beschluss.
Jedes neue Straßenschild wird 500 Dollar kosten. Die Stadt rechtfertigt die Ausgaben mit Gonzalezes "vorbildlichem Dienst, seinen Leistungen und bedeutenden Beiträgen". Doch 2009 trat Gonzalez von seinem Amt zurück, nachdem er sich in einem Vergleich der missbräuchlichen Amtsausnutzung – einer Ordnungswidrigkeit – schuldig bekannt hatte. Er akzeptierte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe.
Während der Kommissionssitzung sprachen sich drei Anwohner – darunter Elvis Cruz – gegen die Umbenennung aus. Cruz argumentierte, die Namensgebung sei ein weiteres Zeichen für die Korruption in der Stadt. Der Historiker Paul George vom HistoryMiami Museum merkte später an, dass Streitigkeiten um Straßennamen in Miami nichts Neues seien.
Die Debatte fällt in eine Zeit, in der der Bezirkskommissar von Miami-Dade, Keon Hardemon, ein eigenes Vorhaben vorantreibt: die Ergänzung von Songtexten auf Straßenschildern in Liberty City.
Die neuen Schilder "Angel Gonzalez Way" werden bald entlang der NW 14th Terrace zu sehen sein. Die Entscheidung bleibt bestehen – trotz der Bedenken einiger Anwohner und Gonzalezes früherer Verurteilung. Unterdessen geht die grundsätzliche Diskussion darüber, wie Miami seine Straßen benennt, weiter.






