20 March 2026, 02:01

Monika Grütters als Favoritin für das Bundespräsidentenamt 2027 im Gespräch

Cartoon-Illustration eines Mannes mit Zylinder und einer Frau in einem Kleid mit einer Wand, einem Fenster, einem Eimer und anderen Gegenständen im Hintergrund, mit Text unten, der lautet "F. J. Singer, der erste deutsche Politiker, der in den Kongress gewählt wurde."

Monika Grütters als Favoritin für das Bundespräsidentenamt 2027 im Gespräch

Monika Grütters, langjährige CDU-Politikerin und ehemalige Kulturstaatsministerin, gilt als aussichtsreiche Kandidatin für das Amt des nächsten Bundespräsidenten. Die Wahl steht im Januar 2027 an, da die Amtszeit des aktuellen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im März desselben Jahres endet. Ihr Name steht auf einer kurzen Liste mit weiteren prominenten Persönlichkeiten aus dem gesamten politischen Spektrum.

Grütters leitete von 2013 bis 2025 als Staatsministerin für Kultur zwei Legislaturperioden unter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Als enge Vertraute der ehemaligen Kanzlerin unterstützte sie deren umstrittene Flüchtlingspolitik zwischen 2015 und 2016 – eine Entscheidung, die die CDU spaltete. Kürzlich machte sie Schlagzeilen, als sie sich als eine der wenigen CDU-Abgeordneten gegen eine Bundestagsabstimmung stellte, die Parteichef Friedrich Merz in Kooperation mit der rechtspopulistischen AfD vorangetrieben hatte.

Mit zwei Jahrzehnten Erfahrung im Bundestag und als ehemalige Vorsitzende des CDU-Landesverbands Berlin verfügt Grütters über beträchtlichen Einfluss in der Partei. Über die Politik hinaus ist sie für ihr Engagement in der sozialen Ethik sowie als Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken bekannt. Ihre Redegewandtheit und bürgernahe Art haben ihr öffentliches Ansehen gestärkt und machen sie zu einer starken Anwärterin für das Präsidentenamt.

Die Bundesversammlung, die für die Wahl des Staatsoberhaupts zuständig ist, erfordert breite überparteiliche Unterstützung. Ihr gehören alle Bundestagsabgeordneten sowie eine gleiche Anzahl von Delegierten der Landesparlamente an. Zwar führt Grütters in frühen Umfragen, doch werden auch andere Namen gehandelt: darunter Ilse Aigner, Präsidentin des bayerischen Landtags, die ehemalige CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas sowie Bildungsministerin Karin Prien. Allerdings sagt die aktuelle Diskussion noch wenig über die tatsächliche Nominierung aus, da der Prozess dynamisch bleibt.

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Analysten heben Grütters' Stärken hervor: ihre Erfahrung, Medienpräsenz und die Rückendeckung aus dem konservativen Lager. Doch könnten ihre Haltung zu Themen wie der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit sowie ihre begrenzte Ausstrahlung über die CDU hinaus Herausforderungen darstellen. Im Vergleich zu Konkurrentinnen wie Aigner, deren Einfluss vor allem regional begrenzt ist, oder der SPD-nahen Wissenschaftlerin Jutta Allmendinger, die über keine Regierungserfahrung verfügt, erscheint Grütters derzeit als die vielversprechendste Option für die CDU.

Die Wahl des Bundespräsidenten findet am 30. Januar 2027 statt; der Gewählte oder die Gewählte wird Steinmeier am 18. März ablösen. Grütters' Kandidatur spiegelt den Wunsch der CDU nach Kontinuität wider, doch wird der Erfolg davon abhängen, ob sie die notwendige überparteiliche Unterstützung in der Bundesversammlung erhält. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Delegierten, die ihre Bilanz gegen die anderer Bewerber abwägen werden.

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