Nadiya Hussain wirft der BBC Rassismus und unfaire Behandlung vor
Nadiya Hussain, Gewinnerin von The Great British Bake Off 2015, wirft der BBC erneut Rassismus und unfaire Behandlung vor
Die Köchin, die vor ihrem Abschied mehrere Sendungen moderierte, behauptet, ihre Religion und ihre offene Art hätten dazu geführt, dass man sich von ihr trennte. Ihre jüngsten Äußerungen folgen auf jahrelange Spannungen mit dem Sender.
Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die BBC Fortschritte bei der Vielfalt meldet: Immer mehr Frauen und People of Color sind inzwischen in großen Formaten wie Bake Off oder Strictly Come Dancing zu sehen.
Hussain gewann Bake Off 2015 und präsentierte später Sendungen wie Nadiya's Time to Eat und Nadiya Bakes. Doch das Verhältnis zur BBC verschlechterte sich nach dem, was sie als "schwierige Gespräche" mit den Verantwortlichen bezeichnete. Sie warf ihnen vor, sie hätten mehr Wert auf ihr Äußeres als auf ihre kulinarischen Fähigkeiten gelegt – und dass ihr muslimischer Glaube eine Rolle bei ihrem Rauswurf spielte.
Die Daily Mail berichtete später, ihre Show sei wegen nachlassender Beliebtheit, einfallsloser Rezepte und Vorwürfen, sie sei schwer zu handhaben, eingestellt worden. Hussain wies diese Begründungen zurück und betonte, dass Frauen of Color oft als "schwierig" abgestempelt würden, sobald sie sich äußerten. Zudem verriet sie, dass die Bake Off-Titelmelodie bei ihr mittlerweile Ängste auslöse und sie die Sendung kaum noch anschauen könne – wegen des Stresses, den sie dort erlebt habe.
Seit Hussains Abgang 2022 hat die BBC die Vielfalt in ihrem Programm erhöht. Strictly Come Dancing wird von den Moderatorinnen Tess Daly und Claudia Winkleman sowie Jurorin Shirley Ballas präsentiert, während Bake Off nun die schwarze britische Moderatorin Alison Hammond als Co-Hostin hat. Bis 2025 verzeichnete die BBC im Rahmen ihrer Diversity and Inclusion Strategy einen Anstieg von 25 Prozent bei nicht-weißen On-Screen-Talenten in Unterhaltungssendungen.
Trotz dieser Entwicklungen übt Hussain weiterhin Kritik an der Branche. Sie ist überzeugt: Hätte sie sich weniger geäußert, hätte sie vielleicht noch einen Job beim Sender.
Ihre Vorwürfe unterstreichen die anhaltende Debatte über Repräsentation und Gerechtigkeit im Fernsehen. Zwar hat die BBC die Vielfalt in ihren Formaten ausgebaut, doch Hussains Erfahrungen deuten darauf hin, dass tiefgreifendere Probleme bestehen. Ihre Aussagen werfen zudem die Frage auf, wie mit kritischen Moderatorinnen – insbesondere Frauen of Color – in der Medienlandschaft umgegangen wird.






