Neukölln geht gegen Leerstand vor – mit Bußgeldern und neuen Wohnprojekten
Hannah RichterNeukölln geht gegen Leerstand vor – mit Bußgeldern und neuen Wohnprojekten
Neukölln verschärft den Kampf gegen Leerstand – während die Nachfrage nach Wohnungen in Berlins Innenstadtbezirken weiter steigt. Die Bezirksverwaltung hat nun rechtliche Schritte gegen Eigentümer eingeleitet, die Immobilien leerstehen lassen, und setzt gleichzeitig auf Neubauten, um die Wohnungsnot zu lindern. Mehrere zentrale Projekte kommen im Bezirk voran.
Ein langjährig brach liegendes Grundstück an der Ecke Hermannstraße/Kienitzer Straße erhält bald neue Bedeutung: Die Discount-Supermarktkette Lidl hat das Areal erworben und plant dort ein gemischt genutztes Quartier. Konkrete Details stehen noch aus, doch das Vorhaben soll Wohnungen sowie einen Einzelhandelsmarkt im Erdgeschoss umfassen.
An anderer Stelle errichtet die Baugenossenschaft Si80 in der Silbersteinstraße ein neues Gebäude mit 16 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten. Auf dem ehemaligen Industriegelände der Geyer-Werke bereitet unterdessen der Projektentwickler BUWOG mit BUWOG SET 44 ein verdichtetes Wohnviertel vor, das das Angebot an Wohnraum erweitern soll.
Die Neuköllner Behörden gehen gegen Leerstand bereits mit harten Maßnahmen vor: Erst kürzlich zogen sie ihr Vorkaufsrecht für ein Wohnhaus in der Jansastraße 12 durch. In einem weiteren Fall verhängten sie gegen eine Hausverwaltungsfirma ein Bußgeld in Höhe von 75.000 Euro, weil diese bewohnbare Wohnungen über längere Zeit ungenutzt ließ. Langfristiger Leerstand wird mittlerweile als zweckwidrige Nutzung von Wohnraum gewertet – gegen uneinsichtige Eigentümer leitet die Verwaltung nun vermehrt Ordnungsverfahren ein.
Der Bezirk treibt die Bekämpfung von Leerstand voran, während der Wettbewerb um Wohnraum in gut angebundenen Lagen zunimmt. Durch Neubauten und strengere Kontrollen sollen mehr Wohnungen auf den Markt kommen. Mit mehreren laufenden Projekten arbeitet Neukölln daran, das wachsende Spannungsverhältnis zwischen Nachfrage und verfügbarem Wohnraum auszugleichen.