Neuseeland vor Stagflation: Wie der Iran-Konflikt die Wirtschaft bedroht
Hannah RichterNeuseeland vor Stagflation: Wie der Iran-Konflikt die Wirtschaft bedroht
Neuseelands Wirtschaft droht Stagflation durch Iran-Konflikt und globale Marktturbulenzen
Die Eskalation im Iran-Konflikt belastet die weltweiten Märkte und könnte Neuseelands Wirtschaft in eine Stagflation stürzen: Steigende Spritpreise und Lieferkettenengpässe treiben die Inflation in die Höhe, während das Wachstum gebremst wird. Ökonomen warnen, dass sich die aktuelle Lage grundlegend von früheren Abschwüngen unterscheidet – ausgelöst durch einen abrupten Angebots-Schock.
Vergleichbar war zuletzt die Energiekrise 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Damals blieben die Ölpreise monatelang hoch und erreichten im Juli desselben Jahres ihren Höhepunkt. Analysten sehen nun ähnliche Risiken: Selbst wenn sich die Spannungen abschwächen, dürften die Kosten längerfristig erhöht bleiben.
In Neuseeland werden die hohen Spritpreise die Inflation weiter anheizen. Ein schwächerer Wechselkurs macht zudem Importe und Auslandsreisen teurer. Unternehmen könnten die höheren Kosten an die Verbraucher weitergeben – mit der Folge, dass Haushaltsbudgets und Gewinnmargen unter Druck geraten.
Gareth Kiernan, Chefprognostiker beim Wirtschaftsforschungsinstitut Infometrics, betont, dass dieser Schock ungewöhnlich sei, weil er steigende Preise mit einer Wachstumsabschwächung verbinde. Kelly Eckhold, Chefvolkswirtin der Westpac, rechnet zwar noch mit einem leichten Wirtschaftswachstum in diesem Jahr, räumt aber ein, dass sich die Aussichten verschlechtern könnten. Mike Jones, Chefökonom der BNZ, spricht von einem "stagflationsartigen Schock".
Selbst bei einer schnellen Beilegung des Konflikts erwarten Ökonomen bis zu vier weitere Monate mit Nachwirkungen. Je länger die Krise andauert, desto stärker leiden die verfügbaren Einkommen und die Stabilität der Unternehmen. Entscheidend für Neuseelands Wirtschaft bleibt die Dauer des Konflikts: Höhere Lebenshaltungskosten und schwächeres Wachstum könnten selbst bei einer baldigen Lösung noch monatelang anhalten. Haushalte und Unternehmen müssen sich auf weitere finanzielle Belastungen einstellen.






