NFL greift gegen Prognosemärkte im Football durch – warum jetzt Schiedsrichter und Verletzungen tabu sind
Emil LangeNFL greift gegen Prognosemärkte im Football durch – warum jetzt Schiedsrichter und Verletzungen tabu sind
Die NFL unternimmt Schritte, um den Einfluss von Prognosemärkten im amerikanischen Football einzuschränken. Die Liga hat sich an Plattformen wie Kalshi und Polymarket gewandt und sie aufgefordert, auf Wetten zu Schiedsrichterentscheidungen, Verletzungen und anderen sensiblen Bereichen zu verzichten. Damit vollzieht die NFL einen Wandel – weg von öffentlicher Kritik, hin zu direkter Einbindung der Anbieter.
Kürzlich verschickte die NFL Schreiben an die wichtigsten Betreiber von Prognosemärkten, darunter Kalshi und Polymarket. Darin forderte sie, bestimmte Kontrakte aus dem Handel auszuschließen, etwa solche, die mit Schiedsrichterentscheidungen, Spielerverletzungen oder Kommentaren in Übertragungen verknüpft sind. Die Bedenken der Liga konzentrieren sich auf vier zentrale Punkte: Ereignisse, die von einer einzelnen Person kontrolliert werden, Ergebnisse, die im Voraus bekannt sind, Verträge mit Bezug zu Schiedsrichtern sowie Themen, die als "grundsätzlich anstößig" eingestuft werden.
Auch die Aufsichtsbehörden beobachten die Entwicklung genau. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die für die Regulierung dieser Märkte zuständig ist, hat eine öffentliche Kommentierungsphase eingeleitet, um zu bewerten, welche Verträge besonders manipulationsanfällig sind oder dem öffentlichen Interesse widersprechen. Die Haltung der NFL ist dabei nicht pauschal ablehnend, sondern zielt gezielt auf diejenigen Kontrakte ab, die sie als besonders riskant einstuft.
Dieser Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der Prognosemärkte – insbesondere im Sportbereich – zunehmend unter die Lupe genommen werden. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene prüfen Gesetzgeber und Regulierungsbehörden, wie diese Plattformen funktionieren. Mit ihrem Engagement zeigt die NFL, dass sie nicht nur warnen, sondern aktiv die Spielregeln dieser Märkte mitgestalten will.
Ziel der Liga ist es, Situationen zu verhindern, in denen Beteiligte durch Handelsaktivitäten ungerechtfertigten Vorwürfen ausgesetzt sein könnten. Durch die Zusammenarbeit mit der CFTC und den Druck auf die Anbieter strebt die NFL an, Risiken in den Bereichen zu verringern, die ihrer Ansicht nach am stärksten für Missbrauch anfällig sind. Wie sich diese Bemühungen auswirken, könnte maßgeblich beeinflussen, wie Prognosemärkte künftig mit sportbezogenen Kontrakten umgehen.






